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Katholische Kirche erhält »Verschlossene Auster«

<b>Nur mit Gewalt zu öffnen: </b>Austern gelten - geöffnet und angerichtet - als Delikatesse. Foto: ExQuisine

Nur mit Gewalt zu öffnen: Austern gelten - geöffnet und angerichtet - als Delikatesse. Foto: ExQuisine

Die katholische Kirche ist mit dem Negativpreis »Verschlossene Auster« der Journalistenvereinigung »Netzwerk Recherche« ausgezeichnet worden.

»Eine Gemeinschaft, die vom Wort lebt wie keine andere, hat die Sprache verloren«, kritisierte der Journalist Heribert Prantl von der »Süddeutschen Zeitung« in Hamburg. Ausgerechnet die Kirche als Fachinstitution für das Benennen von Verfehlungen müsse von Opfern und Medien gezwungen werden, Stellung zu beziehen.

»Wer wie die Kirche gerne darauf verweist, dass sie über ein gereiftes Orientierungswissen und über besondere Problemlösungskompetenz verfüge, der muss sich schon genau anschauen lassen, wenn es um die Unmoral in den eigenen Reihen geht«, sagte Prantl.

Stattdessen werde jedoch beklagt, die Medien seien in ihrer Berichterstattung nicht fair gewesen.

Die Kirche vertrete immer noch die Auffassung, einen Sonderstatus inne zu haben, weil sie »so alt, erhaben und wertvoll« sei.

Das »Netzwerk Recherche« vergibt die undotierte Anti-Auszeichnung an Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen, die sich gegenüber Journalisten verschlossenen verhalten und so dem Prinzip der Transparenz zuwiderhandeln.

Man stelle sich der Kritik, sagte Matthias Kopp, Pressesprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, bei der Entgegennahme des Negativpreises.

»Wir haben Kommunikationsfehler gemacht«, sagte Kopp. Die Auszeichnung sei eine kritische Würdigung für die gesamte Institution Kirche, die sich im Zuge des Missbrauchsskandals in der größten Krise seit 1945 befindet.

»Wir haben zu lange uns schützend vor die Täter gestellt und nicht nach den Opfern geschaut«, sagte Kopp. Der überwiegende Teil der durch die Medien geäußerte Kritik sei berechtigt gewesen. Es gebe bei der Kommunikation »noch einiges zu verbessern«.

Deshalb sei die Auster auch eine Chance, dankte Kopp. epd

Dieser Beitrag wurde am 12.7.2010 um 10.06 Uhr veröffentlicht.

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