Evangelisches Kulturbüro
»Inspiration. Begegnung. Kultur«

Graphik-Designer Wolfram Heidenreich, Pfarrer Andreas Volke, Landeskirchenrätin Karin Moskon-Raschick, Superintendent Detlef Mucks-Büker. Foto: Büro der Ruhrsuperintendentenkonferenz
Unter dem Titel »Inspiration. Begegnung. Kultur« legt die Evangelische Kirche im Ruhrgebiet ein eigenes Programm zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 vor.
In den zahlreichen Projekten (siehe unten) gehe es darum, ein neues, engagiertes und nachhaltiges Profil der Evangelischen Kirche und ihrer Kulturarbeit zu entwickeln, erklärte das Evangelische Kulturbüro in Essen. Das 2007 eingerichtete Büro ist für die Planung und Koordination des Programms zuständig. Zu den bisher entwickelten Projekten gehört ein ruhrgebietsweites Orgelfestival, an dem sich auch die katholische Kirche beteiligt.
Von Pop bis Pilgern
Weiter plant das Kulturbüro ein Gospel- und Pop-Festival zu den Zehn Geboten, ein großes Posaunenbläser-Konzert sowie die Aufführung von 52 Bachkantaten an 52 Orten des Ruhrgebiets. Zudem wollen die Citykirchen entlang der A 40 ein Musikprojekt rund um die Kantate "Babel" von Igor Strawinsky anbieten. Neben Kunstausstellungen in mittelalterlichen Kirchen soll es laut Kulturbüro auch ein Martin-Luther-Forum geben, das eine Brücke zum Lutherjahr 2017 schlägt. Außerdem werde ein Pilgerweg von Duisburg bis Dortmund entlang des Emscher-Kanals entwickelt und ein ökumenischer Reiseführer zu den bedeutendsten Kirchen des Ruhrschnellwegs erstellt.
Evangelische Kulturarbeit im Ruhrgebiet mit neuem Logo
Zur besseren Wahrnehmung der evangelischen Angebote wurde in dieser Woche auch das neue Erkennungszeichen vorgestellt. „Mit diesem Logo wollen wir die Evangelische Kulturarbeit im Ruhrgebiet unter einer gemeinsamen Dachmarke vereinen. Damit werden wir als Evangelische Kirche auch von außen als einheitliche Größe wahrgenommen.”
Mit diesen Worten erläuterte Superintendent Detlef Mucks-Büker (Gladbeck), Moderator der Ruhrsuperintendentenkonferenz, den Zweck des neuen Logos und Claims, das gestern in der Essener Marktkirche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es bietet, so Mucks-Büker weiter, den 24 Kirchenkreisen im Ruhrgebiet eine gute Chance, ihrem Programm zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 einen starken Auftritt zu ermöglichen.
Die drei Stichworte im Claim, „Inspiration. Begegnung. Kultur”, lassen deutliche Anklänge an die Programmatik der RUHR.2010 GmbH unter der Überschrift „Entdecken, Erleben, Bewegen” erkennen. „Auch in der farblichen und graphischen Gestaltung haben wir uns am offiziellen Kulturhauptstadt-Logo orientiert”, sagte Wolfram Heidenreich von der Werbeagentur „Buttgereit und Heidenreich”, der das Logo gemeinsam mit dem Evangelischen Kulturbüro entworfen hat.
Netzwerk europäischer Kulturhauptstädte
Pfarrer Rüdiger Noll von der Konferenz Europäischer Kirchen (Brüssel), der vom Trägerkreis des Evangelischen Kulturbüros eingeladen worden war, sieht in dem gemeinsamen Auftritt der Evangelischen Kulturarbeit im Ruhrgebiet eine große Chance für das Zusammenwachsen der Kirchen in Europa. „Wir wollen in den nächsten Jahren mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010 als Ausgangspunkt ein kirchliches Netzwerk der europäischen Kulturhauptstädte aufbauen”, sagte Noll, der selbst aus dem Ruhrgebiet stammt.
Lokale Helden treten in Aktion
Im Jahr 2010 sind Essen und das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas. Die evangelische Kirche will mit eigenem Kulturprogramm möglichst viele der insgesamt 5,3 Millionen Menschen in der Region aus 160 Nationen erreichen. Kirchenkreise und Gemeinden beteiligen sich vor Ort auch bei den sogenannten "Local Hero"-Wochen sein, die im Kulturhauptstadtjahr jede Woche eine andere Stadt in den Blickpunkt rücken.
Der nachfolgende Überblick stellt die einzelnen, bisher entwickelten Projekte kurz vor
TWINS-Projekt Orgelfestival RUHR
Das von beiden Kirchen eingereichte Projekt zur Entwicklung eines ruhrgebietsweiten Orgelfestivals 2010 wurde als TWINS-Projekt in das Programm der Kulturhauptstadt aufgenommen. Ziel des Orgelfestivals ist es, die lange schon etablierten qualitativ hochstehenden Orgelreihen und Orgelfestivals des Ruhrgebietes untereinander zu vernetzen und unter einer gemeinsamen Dachmarke zum „Orgelfestival RUHR 2010“ zusammenzuführen.
Der ökumenischen Arbeitsgruppe gehören sechs Kantoren beider Konfessionen an. Begleitet werden sie durch die Beauftragten für die Kulturhauptstadt des Bistums Essen sowie durch das Evangelische Kulturbüro.
„Die Zehn Gebote“
Ein Gospel- und Pop-Festival zu den Zehn Geboten in der Dortmunder Westfalenhalle am 17. Januar 2010
„1000 Posaunenbläser auf der Zeche Zollverein“
Ein Projekt der Posaunenwerke von Rheinland und Westfalen und des CVJM-Westbundes. Geplanter Termin: 8./9. September 2010.
„Momente der Ewigkeit“
Ein Musikprojekt, gedacht als „Atempausen zur Kulturhauptstadt“ mit 52 Bachkantaten an 52 Orten des Ruhrgebietes. Verbunden mit interdisziplinärer Begleitung, einem einführenden Vortrag sowie einem zweiten komplementären Stück.
„Schattenkultur“
Ein ökumenisches Kooperationsprojekt mit dem Justizministerium des Landes NRW, das Gefangenen die Beteiligung an der Kulturhauptstadt ermöglicht und den Strafvollzug als Teil unserer gesellschaftlichen Kultur thematisiert. Schirmherrin ist die Justizministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Roswitha Müller–Piepenkötter. Ort des Geschehens wird das Alte Hafthaus in Moers sein. Die Gefangenenseelsorge beider Konfessionen ist beteiligt.
„Der Engel der Geschichte“
Ein Projekt der City-Kirchen entlang der A40, das sich an Walter Benjamins Text vom „Engel der Geschichte“ orientiert. Benjamins Text setzt dabei, aus sich selber heraus, Erinnerung als etwas Passageres frei. Dieses wandelnde Moment der Erinnerung soll in künstlerische Formen verwandelt werden. Für die künstlerischen Formen wiederum bedeutet dies, dass sie sich der Erinnerung stellen, also in den Kontext von Raum und Zeit.
EKvW/epd
Internet: www.evangelisch2010.de
Dieser Beitrag wurde am 13.6.2008 um 09.15 Uhr veröffentlicht.
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