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Osterbotschaften der Kirchen

Hoffnung trotz Terror und Gewalt nicht verlieren

Foto: MK-Photo

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Die Osterbotschaften der Kirchen stehen in diesem Jahr unter dem Eindruck der Anschläge von Brüssel. Terror und Gewalt widersprechen dem Willen Gottes, mahnen die Bischöfe. Zugleich rufen sie auf zu mehr Dialog zwischen den Religionen.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland warnen in ihren Osterbotschaften angesichts der Terrorgefahr vor Resignation. Viele Bischöfe verurteilten zugleich Terrorismus und Gewalt. Ostern sei ein Symbol für Optimismus, Zuversicht und Leben.

Es mache ihn »zornig, wenn sich Terroristen auf Gott berufen«, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in der Zeitung »Die Welt«. Terrorismus im Namen der Religion sei »Gotteslästerung«.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, rief die Christen dazu auf, Hoffnung in die Welt zu tragen. Angesichts der aktuellen Bedrohungen durch Terror und Gewalt sollten Christen als »Vorhut Gottes« aufstehen gegen die Angst und gegen die Rhetorik der Ausgrenzung, betonte Marx laut einem vorab verbreiteten Manuskript seiner Osterpredigt.

Terror und Gewalt könnten jedoch nicht durch eine »einfache Hoffnungsrhetorik« überwunden werden.

Deswegen müssten die Christen mit ihrem Leben einstehen für die Glaubwürdigkeit dieser Hoffnungsbotschaft. Dazu gehöre auch, dass sie sich aktiv in die gesellschaftlichen und politischen Debatten einmischen, erklärte er. Sie dürften nicht nur »kritisierend am Wegrand« stehen, sondern müssten Träger einer Kultur der Hoffnung sein, die vom Evangelium inspiriert ist.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm ermutigte in seiner Osterbotschaft, angesichts von Terror, Not und Gewalt auf hoffnungsvolle Zeichen zu achten.

Dazu könnten der teilweise Waffenstillstand in Syrien, »den keiner für möglich gehalten hat«, und die Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris, »die kaum einer erwartet hat«, gehören. Bedford-Strohm: »Überseht die Zeichen der Hoffnung nicht!«

Der Lutherische Weltbund rief die Christen auf, für Flüchtlinge und andere Menschen in Not einzutreten.

Christen sollten ihren bedürftigen Mitmenschen mit Respekt begegnen und auf alle »mögliche Weise helfen«, erklärte der Weltbund am Samstag in Genf. »Jeder neue Tag ist ein Geschenk Gottes und eine Chance für uns, unseren Mitmenschen in Not zu zeigen, dass sie Gottes kostbare Geschöpfe sind«, hieß es in der Osterbotschaft. Der LWB ist ein Netzwerk von 145 Kirchen in 98 Ländern.

Angesichts weltweiter Herausforderungen wandte sich der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung »gegen ein Versinken in Verzweiflung«.

An diesem Osterfest stünden vielen Menschen noch ganz unmittelbar die Bilder der Terroranschläge von Brüssel vor Augen, sagte Jung in seiner in Darmstadt veröffentlichten Osterbotschaft. Allerdings gebe es keine einfachen Lösungen, um den Terror zu bekämpfen. Dazu sei die Lage in der Welt zu kompliziert. Ein erster Schritt könne aber sein, Gewalt nicht einfach mit neuer Gewalt zu beantworten.

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge würdigte zum Osterfest das Engagement für Menschen in Not.

Ebenso wie der Mann, der in der biblischen Passionsgeschichte Jesus beim Tragen des Kreuzes half, blieben auch heute viele Helfer unauffällig, sagte Dröge am Samstag im RBB-Rundfunk in Berlin. Darunter seien diejenigen, die sich von der Not der Flüchtlinge berühren ließen, aber auch Helfer auf Palliativstationen und in Hospizen, die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten. »Sie tun das oft, ohne viele Worte zu verlieren«, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker sprach sich gegen den Missbrauch des christlichen Glaubens für »Stimmungsmache gegen Ausländer und Flüchtlinge« aus.

»Für mich sind Fremdenfeindlichkeit und Rassismus mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar«, sagte er der »Westfalenpost« (Samstagsausgabe). Ängste, Befürchtungen, Ratlosigkeit und Überforderung müssten allerdings angesprochen werden.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann mahnte, der Terror dürfe nicht dazu führen, dass die Muslime in Europa auf mehr Misstrauen stoßen.

Die widerlichen Taten der Terroristen hätten nichts mit Glauben zu tun. »Menschen, die anderen Leid zufügen, sind keine religiösen Menschen«, sagte sie in einem Interview mit der »Passauer Neuen Presse« (Samstagsausgabe). Die richtige Antwort auf den Terror sei, dass sich die Menschen in Brüssel nicht ängstigen lassen, sondern wieder auf die Straße und in die Cafes gehen, sagte Käßmann.

Denn sonst hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht, so die Reformationsbotschafterin der EKD. epd

Dieser Beitrag wurde am 26.3.2016 um 15.15 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Alwite schrieb am 26.03.2016 16:14:

Frohe Ostern,
allen, die hier lesen und schreiben. Der Redaktion ein Danke für ihre informativen, ausführlichen Beiträge.

Erika Moers schrieb am 26.03.2016 18:38:

Dem Dank schließe ich mich gern an. Auch von mir gesegnete Ostern Allen - mit Hoffnung auf weitere Dinge, "die keiner für möglich hält" . . .

ellybe schrieb am 26.03.2016 19:36:

Ich schließe mich den beiden mit ihrem Ostergruß auch gerne an! Obwohl ich Frau Käßmann (siehe ihre Mahnung im obigen Artikel) nicht zustimmen kann: Wer einen Propheten, der sich als Kriegsheld hervor getan hat, mindestens so hoch verehrt, wie wir den Gekreuzigten, der stößt bei mir einfach auf Misstrauen! Das mag überheblich klingen, aber da kann ich nichts gegen machen. Ich hoffe, dass, was jetzt noch "keiner für möglich hält", die Muslime sich eines guten Tages von ihrem kriegerischen Religionsgründer lösen, so wie durch die Aufklärung gegangene Christen und Juden sich von einem kriegerischen Gott lösen mussten, der gegen sein Feinde wütet - von dem in der Bibel auch die Rede ist.
"Frohe Ostern" wünsche ich in diesem Sinne allen Menschen in allen Religionen, die jede Form von Terror und Gewalt gegen Anders- oder Nichtgläubige verabscheuen:
"Seid untereinander so gesinnt, wie Jesus Christus es auch war...Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode...am Kreuz..." (Philipper 2)

Atlantica schrieb am 27.03.2016 21:05:

Hallo ihr drei,

ich bin stutzig geworden bei Ellybes These, heutiger Glaube sei vielfach aufgeklärt, klar, ihr kennt mich, wie könnte es anders sein! Also habe ich mir dieses Dorothee-Sölle-Interview aus dem Netz gezogen; schon merkwürdig, dass man an einen toten Gott glauben kann. Was denkt ihr? Euch frohe Ostern:

Auszug aus einem "Spiegel"- Gespräch aus dem Jahr 1970
(mit G. Gaus)

"...
GAUS: Bei Ihrer Behauptung, Frau Sölle, Gott ist tot, was für Sie freilich keine Abkehr vom Christentum zur Folge hat, sondern gerade eine neue Hinwendung zu Christus, bei Ihrer Behauptung also vom toten Gott gehen Sie davon aus, dass Gott früher für die Menschen die Lücke in der Unerklärbarkeit der Welt, der Natur und in den schicksalhaften Abhängigkeiten gefüllt hat. Ist das richtig als Definition?

SÖLLE: Ja, das könnte man sagen, dass Menschen Gott angerufen haben in sehr vielen Problemen und Nöten, die durch die technische Mangelhaftigkeit und Unvollkommenheit der Produktionsverhältnisse hergestellt waren.

GAUS: Und in dieser Not, sich mit einem Schicksal konfrontiert zu sehen, dessen Herkunft man nicht kannte, bedurften sie Gottes.

SÖLLE :Ja.

GAUS: Soweit richtig
SÖLLE: Soweit mit Feuerbach und Karl Marx richtig.

GAUS: Gut. Wenn Sie einräumen, dass Gott seine Funktion verloren hat, weil die Welt und ihre sozialen Abhängigkeiten nach Ihrer Meinung erklärbar geworden sind, besteht dann nicht die Gefahr einer schrecklichen Verkennung darüber, wieweit in Wahrheit die Welt noch immer für die meisten Menschen an ihren Abhängigkeiten ganz unerklärbar ist, und ist also nicht Ihre Theologie eine Theologie für die Aufgeklärten, für die, die ohnehin schon auf der Sonnenseite des Lebens sind?

SÖLLE: Ach nein, das scheint mir eigentlich eine Verkennung von dem, was Theologie überhaupt ist. Theologie zieht ja Menschen in einen Aufklärungsprozess hinein. Christus hat die Menschen aufgeklärt darüber, was Sünde ist, was verfehltes Leben ist, was Glück ist, was Heil ist, und diesen Prozess beschreiben Sie jetzt als etwas sehr statisch, indem Sie einfach zwei Gruppen konstatieren.

GAUS: Glauben Sie an die Veränderbarkeit des Menschen? Kann man den Menschen bessern, kann man ihn anders machen, als er ist?

SÖLLE: ja. ... ich halte diese Frage für wirklichen Atheismus. Wer so fragt, oder wer meint, dass der Mensch unveränderlich sei, der glaubt wirklich nicht an Gott. Das biblische Wort für das, was wir heute Veränderung nennen, heißt ja Erlösung. Und eigentlich haben Sie mich eben gefragt, glauben Sie, daß der Mensch erlöst werden kann. Und wie sollte ich dazu "Nein" sagen können?..."
(Aus : W. Trutwin , Hrsg.,Gespräch mit dem Atheismus, Göttingen 1970, S.87f

Alwite schrieb am 28.03.2016 12:13:

Lieber Atlantica, Dein Kommentar regte mich an, noch einmal auf Dorothee Sölle einzugehen, u.a. sagt sie: „Theologisches Nachdenken ohne politische Konsequenzen kommt einer Heuchelei gleich. Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein.“ So sehe ich Kirche auch.

Ob Menschen der Politik oder der Kirche vorstehen, nie ist es uns möglich all ihren Ausführungen zu folgen. Täten wir es, mündeten wir im sehr begrenzten Denkschema jener gewaltbereiten Fanatisten. Jedoch schält sich aus den Äusserungen einzelner Persönlichkeiten eine Grundhaltung heraus, dem ich mich zu folgen bemüht bin. Wenn z.B. Frau Käßmann nach einem eigenen Fehler die Konzequenzen zu tragen bereit ist, bin ich bereit, ihr mein Vertrauen anzudienen, sagt sie doch im obigen Artikel nichts anders, als ich auch denke. Bitte wo verehrt sie darin einen Krigshelden?

ellybe schrieb am 28.03.2016 12:34:

Liebe Alwite,
falls Du in Deiner Schlussfrage mich ansprichst:
Ich habe nicht behauptet, dass Frau Käßmann einen Kriegshelden verehrt, sondern bin eingegangen auf ihre Mahnung, "der Terror dürfe nicht dazu führen, dass die Muslime in Europa auf mehr Misstrauen stoßen". Meine Stellungnahme bezieht sich also darauf, wobei ich davon ausgegangen bin, dass alle Muslime Mohammed verehren - und der war nunmal ein Kriegsheld, ein Heerführer, der seinen Glauben auch mit dem Schwert ausgebreitet und seine religiösen Feinde auch mit dem Schwert bekämpft hat. Der Artikel in UK Seite 10 ist sehr aufschlussreich!

Alwite schrieb am 28.03.2016 14:10:

Liebe llybe,
>dass die Muslime in Europa auf mehr Misstrauen stoßen". Meine Stellungnahme bezieht sich also darauf<

Wenn Du Muslime so einordnest, kann ich Dir folgen. Die Hälfte der Freunde meiner Kinder sind Muslime. Da ich sie lange aus der Nähe erlebe, kann ich mir von niemandem vorstellen, dass sie einmal das Schwert gegen uns führen würden, geschweige den Gewalttätern muslimischer Herkunft recht geben. So kann ich Frau Käßmann wie auch Deine Skepsis verstehen.

Bitte lies einmal in der Mediathek ein Gespräch zwischen Arno Surmiski 81, mit dem ich als Kind an einem Ort lebte und Mbarak Naami 19, der ZEIT vom 23.d.M. nach. Darin sagt Surminski u.a.:"Ja. Heute ist der Wohlstand größer, und die Zahl der Flüchtlinge kleiner. Aber eines gab es damals nicht, was heute da ist: Die Angst vor dem Fremden. ZEIT: Weil Sie weniger fremd waren? SURMINSKI: Ja, wir waren ja Deutsche wie die Einheimischen auch. Wir sprachen die gleiche Sprache, hatten die gleiche Religion. Und vor allen Dingen gab es den Gedanken, dass wir Deutsche für den ganzen Schlamassel gemeinsam verantwortlich waren. Das war eine ganz andere Stimmung als heute, wo wir zwar den Wohlstand haben, aber zu viele eine furchtbare Angst haben. Vor allem dem frenden Islam. Diese Angst ist der große Unterschied. ZEIT:Kommt ein Teil der Angst auch daher, dass die Deutschen mehr besitzen? Wer mehr hat...SURMINSKI: "...der fürchtet die Einbrecher. Viele Deutsche sind heute auch älter und die Älteren haben immer mehr Angst...."
Hat Surmiski hier nicht recht?

Atlantica schrieb am 28.03.2016 18:33:

Ja, Arno Surminski hat recht. Trotzdem besteht auch eine Pflicht, das, was alte Leute angespart haben, ganz besonders zu schützen. Aber das sind angesichts des Terrorismusses Randprobleme.

Paperback schrieb am 30.03.2016 14:26:

Zitat:

"Die evangelische Theologin Margot Käßmann mahnte, der Terror dürfe nicht dazu führen, dass die Muslime in Europa auf mehr Misstrauen stoßen."

Schon lange kenne ich Muslime, vor denen ich nie Angst haben musste, die mir freundschaftlich verbunden waren. Und dennoch: Was da gerade geschieht, ist nicht geeignet, Vertrauen zu wecken.

Wenn Menschen sich gegen Unterdrücker wehren, dann halte ich das auch ethisch vertretbar und gerechtfertigt. Richten sie sich aber gegen diejenigen, die ihnen Gastrecht gewähren und eine Willkommenskultur zeigen, wie man das kaum erwartet hatte, dann halte ich das nur für verwerflich.

Konkrete Angst empfinde ich nicht, dennoch sehe ich mich kritischer und wachsamer um, wer mir da entgegenkommt.

Dass die Attentäter der letzten Wochen nicht nur dem Westen schaden, sondern auch und gerade ihren zu uns geflohenen Landleuten und Glaubensgeschwistern muss denen eigentlich sehr bitter aufstoßen.

Allerdings frage ich mich, ob diese sich nicht äußern können oder doch nicht wollen, weil die Übereinstimmung mit den Untaten größer ist, als wir uns träumen lassen.

Paperback

Alwite schrieb am 31.03.2016 11:52:

UND WER SPRICHT ÜBER DEN TERRORISMUS DES WESTENS?
Liebe Freunde,
nach den IS-Anschlägen in Brüssel läuft wieder mal eine Kampagne über die angebliche Gewalttätigkeit der Muslime gegenüber dem Westen. Sie stellt die Fakten auf den Kopf, wie Ihr hier in unserem Video sehen könnt. Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Trotz der barbarischen Anschläge von Al Qaida und des IS. Fünf Beweise
:
1. In den letzten 200 Jahren hat kein einziges muslimisches Land Europa oder die USA angegriffen. Der Westen aber griff die muslimische Welt allein im Mittleren Osten 60 Mal an. Siehe unsere Video-Recherche. Ergebnis: viele Millionen Tote.

2. Bush hat allein in Afghanistan und im Irak den Tod von 1.3 Mio Menschen zu verantworten. Al Qaida und der IS ermordeten mit ihren Terroranschlägen im Westen bisher 3.800 Menschen - einschließlich 9/11. (Im Mittleren Osten allerdings Zehntausende, vor allem Muslime).

3. Der IS-Terror in Brüssel und Paris ist schändlich und durch nichts zu entschuldigen. Aber jede Woche sterben im Irak über 30 Zivilisten durch westliche Bombenangriffe. Manchmal, wie in Tikrit und Ramadi, sogar Hunderte. Ist das kein Terrorismus? Wir werden darüber nicht einmal informiert. Es sind ja nur Muslime.

4. Der barbarische IS-Terrorismus ist die Antwort auf die terroristischen Kriege des Westens. Wenn auch eine völlig falsche und kriminelle. Weil der IS ebenfalls Unschuldige tötet. Die muslimische Welt lehnt den IS deshalb mit überwältigender Mehrheit ab. Die Bevölkerung der USA hingegen stand mit 76 Prozent hinter Bushs Überfall auf den Irak. Noch am ersten Kriegstag.

5. Das US-Meinungsforschungsinstitut Gallup führte 10 Jahre nach Beginn der westlichen Antiterrorkriege eine weltweite Befragung zum Thema 'Gewalt gegen Zivilisten' durch. Ergebnis: 49% der Amerikaner und 31% der Europäer hielten militärische Gewalt gegen Zivilisten für 'gelegentlich berechtigt'. Im überwiegend muslimischen Mittleren Osten waren es nur 19%.
Aufgegliedert nach Religionen hielten in den USA 58% der Christen, 52% der Juden, aber nur 21% der Muslime militärische Gewalt gegen Zivilisten für 'gelegentlich gerechtfertigt'.
Wir sehen immer nur den Splitter im Auge des Anderen. Den Balken im eigenen Auge sehen wir nicht. Der Westen war und ist viel brutaler als die muslimische Welt. Selbst wenn man die beiden Weltkriege mit 90 Millionen Toten unterschlägt, die ebenfalls nicht von Muslimen verursacht wurden. Der Westen arbeitet systematisch an seinem 'Feindbild Islam'. Weil er es für seine aggressive Außenpolitik braucht.
Euer JT

WESTLICHE MILITÄR-INTERVENTIONEN UND KOLONIALISTISCHE UNTERWERFUNGEN IM MITTLEREN OSTEN:

1798 – 1801 Ägypten von Frankreich besetzt.
1820 – 1971 Bahrain: Großbritannien erzwingt "Schutzvertrag/Protektorat".
1825 Mauretanien: Krieg Frankreichs gegen die Provinz Trarza.
1830 – 1962 Algerien: Französische Kolonialherrschaft.
1839 – 1967 Jemen: Britische Besetzung von Aden.
1839 – 1842 Afghanistan: Erster Krieg Großbritanniens.
1844 Marokko: Frankreich führt Krieg gegen Marokko.
1855 Mauretanien: Zweiter Krieg Frankreichs gegen die Provinz Trarza.
1856 – 1857 Persien: Großbritannien greift Persien an.
1858 – 1947 Pakistan: Britische Besetzung des indischen Subkontinents.
1859 – 1860 Marokko: Spanien führt Krieg gegen Marokko.
1862 – 1977 Frankreich zwingt Dschibuti einen "Schutzvertrag" auf.
1878 – 1880 Afghanistan: Zweiter Krieg Großbritanniens.
1881 – 1956 Tunesien: Eroberung und Unterwerfung durch Frankreich.
1881 – 1898 Sudan: Großbritannien schlägt antikolonialen Mahdi-Aufstand nieder.
1882 – 1956 Ägypten: Britisches Protektorat.
1884 – 1960 Somalia: Protektorat Britisch-Somaliland (Nordsomalia).
1888 – 1960 Somalia: Kolonie Italienisch-Somaliland (Südsomalia).
1891 – 1958 Oman unter britischer "Schutzherrschaft".
1893 Marokko: Spanischer Krieg gegen Stämme im Rif-Gebirge.
1899 – 1920 Somalia: Briten und Italiener unterdrücken Freiheitskampf der Somalier.
1899 – 1956 Sudan: Britische Kolonialherrschaft.
1899 – 1961 Kuwait unter britischer "Schutzherrschaft".
1901 – 1904 Somaliland: Erster bis vierter militärischer Feldzug Großbritanniens.
1902 – 1960 Mauretanien: Besetzung durch Frankreich.
1909 – 1910 Marokko: Spanischer Angriff auf Melilla.
1911 – 1912 Italienischer Angriffskrieg auf das Osmanische Reich.
1911 – 1943 Libyen: Besetzung durch Italien.
1912 – 1956 Marokko: Französische und spanische Besatzung.
1914 – 1921 Iran: Krieg und Besetzung durch britische und russische Truppen.
1916 – 1971 Qatar unter britischer "Schutzherrschaft".
1917 – 1932 Irak: Unterwerfung Bagdads unter britische Herrschaft.
1918 – 1923 Osmanisches Reich: Zerschlagung und Aufteilung unter den Siegermächten des Ersten Weltkriegs.
1919 – 1922 Osmanisches Reich: Militärischer Angriff durch Griechenland.
1920 Irak: Britische Kolonialisten schlagen Aufstand nieder.
1920 Somaliland: Fünfter militärischer Feldzug der Briten.
1920 – 1946 Libanon: Französische Besatzung.
1920 – 1946 Syrien: Französisch-Syrischer Krieg und Besatzung.
1920 – 1948 Palästina: Britische Besatzung.
1921 – 1926 Marokko: Zweiter spanischer Krieg gegen die Rif-Stämme.
1922 – 1946 Jordanien: Britische Besatzung.
1923 – 1932 Libyen: Krieg Italiens gegen libysche Freiheitskämpfer.
1925 – 1927 Syrien, Libanon: Niederschlagung des Aufstandes gegen die französischen Kolonialherren.
1941 Iran: Anglo-sowjetische Invasion.
1943 – 1951 Libyen: Unterstellung unter britische Militärverwaltung.
1953 Iran: Gewaltsamer US-britischer Umsturz der demokratisch gewählten Regierung.
1954 – 1962 Algerien: Frankreichs Krieg gegen algerische Freiheitskämpfer.
1956 Ägypten: Angriffskrieg Großbritanniens, Frankreichs und Israels.
1986 Libyen: US-Bombardierung libyscher Städte.
1990 – 1991 Irak: Krieg einer westlichen Allianz zur Befreiung Kuwaits.
1998 Afghanistan: US-Militärschlag.
1998 Sudan: US-Militärschlag.
2001 – heute Afghanistan: US-Invasion, Besetzung, Drohnenkrieg.
2002 – heute Jemen: US-Drohnenkrieg.
2003 – 2011 Irak: Krieg und Besetzung durch USA, Großbritannien und die "Koalition der Willigen".
2004 – heute Pakistan: US-Drohnenkrieg.
2007 – heute Somalia: US-Drohnenkrieg.
2011 Libyen: Westliche Bombardierungen mit dem Ziel "Regime Change".
2014 – heute Syrien: Westliche (und östliche) Bombardierungen.
2014 – heute Irak: Westliche Bombenangriffe.

Jürgen Todenhöfer

Atlantica schrieb am 31.03.2016 14:33:

Das Vorgehen Jürgen Todenhöfers ist sehr bedenklich. Man kann Angriffe auf Zivilisten verurteilen und ich tue das. Jedoch haben die USA die freiheitlichste Gesellschaft mit der höchsten Innovationskraft und sie sind eine weitaus gläubigere Gesellschaft als zum Beispiel wir hier in Deutschland. Amerika ist nach wie vor das Vorbild. Ihnen Terrorismus zu unterstellen, verkennt die wahre Lage: es gibt keinen derartigen Fanatismus innerhalb des Christentums wie Selbstmordattentate. Der achso böse Westen, ja, so sieht man das in Kirchenkreisen vielfach auch, und genau das ist ganz falsch! Uns geht es sehr gut und das ist auch eine Folge des christlichen Abendlandes, nicht nur der Aufklärung. Die Kriege hören wohl nie auf. Kann es mir nicht gut gehen in dieser Welt; hört das denn nie auf: du hast angefangen!

Alwite schrieb am 31.03.2016 16:58:

"Es gibt unter den Menschen viele Arten von Argumenten, rechte und unrechte. Bewundere diese nicht gar zu schnell, verwirf sie aber auch nicht zu schnell. Wenn Unwahrheiten verkündigt werden, höre sie mit Sanftmut und wappne dich mit Geduld." (Paracelsus)

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