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Umgang mit Missbrauchsfällen

Erzbischof Zollitsch räumt Fehler ein

Bischof Robert Zollitsch

Bischof Robert Zollitsch

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen in Oberharmersbach eingeräumt.

Es sei falsch gewesen, die Staatsanwaltschaft nicht einzuschalten, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. »Wir waren davon überzeugt, dass wir mit einer Anzeige große Unruhe in die Gemeinde Oberharmersbach tragen würden.« Aus heutiger Sicht sei man zweifelsohne von falschen Überlegungen ausgegangen.

»Heute wissen wir es besser. Wir haben dazugelernt«, sagte Zollitsch.

Zollitsch hatte dem Bericht zufolge 1991 als Personalreferent beim bischöflichen Ordinariat Freiburg davon erfahren, dass in der Gemeinde ein Pfarrer Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchte. Der Pfarrer sei daraufhin in den Ruhestand versetzt worden.

Zu dem Zeitpunkt habe mach das Ausmaß des Missbrauchs nicht gekannt, sagte Zollitsch. Man habe den Mann nicht in den Tod treiben wollen. Der Pfarrer nahm sich 1995 das Leben, nachdem einer Opfer-Aussage juristische Schritte folgen sollten.

Nach Recherchen des SWR-Politmagazins »Report Mainz« wusste Zollitsch bereits 1992 detailliert von mindestens einem Missbrauchsfall.

Ein heute noch aktiver Pfarrer habe ihn informiert, berichtete der SWR am Sonntag vorab. »Ich denke, es wurde vertuscht, schlicht und einfach«, sagte der Pfarrer, dessen Neffe unter den Opfern war. »Man wollte einen Skandal verhindern auf dem Rücken der Schwächsten.«

Zollitsch sprach sich dem Bericht zufolge dagegen aus, die Gemeinde Oberharmersbach über wesentliche Details des Skandals zu informieren.

In einem Brief aus dem Jahr 1995 habe der Theologe geschrieben, eine Aufklärung habe nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann und nütze niemandem.

Laut dem Bericht wurden zwischen 1968 und 1991 mindestens 22 Kinder und Jugendliche von dem Oberharmersbacher Pfarrer missbraucht. epd

Dieser Beitrag wurde am 19.7.2010 um 08.01 Uhr veröffentlicht.

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