Rheinische Kirche
Bessere Personalplanung, schlankere Verwaltung

Die Millionenverluste beim kircheneigenen Unternehmen bbz (hier ein Ausschnitt aus der Webseite) soll eine unabhängige Kommission untersuchen.
Mit besserer Personalplanung und effizienterer Verwaltung begegnet die Evangelische Kirche im Rheinland dem anhaltenden Mitglieder- und Einnahmerückgang.
Die Landessynode beschloss die lange umstrittenen Reformen am Donnerstagabend in Bad Neuenahr mit großer Mehrheit. Am späten Abend wollte das Kirchenparlament noch den Haushalt 2012 beschließen und über die Einsetzung eines synodalen Untersuchungsausschusses zur Affäre um die Millionenverluste beim kircheneigenen Unternehmen bbz entscheiden.
Eine übergreifende Personalplanung soll ein Ausbluten bestimmter Berufe und Arbeitsfelder verhindern.
Ziel ist, in der zweitgrößten deutschen Landeskirche auch mit geringeren finanziellen und personellen Möglichkeiten flächendeckend einen Personalmix aus Pfarrern und nicht-theologischen Beschäftigten zu erhalten.
Steuerungsebene für die Personalplanung werden demnach die 38 Kirchenkreise zwischen Niederrhein und Saar. Sie müssen bis Ende 2015 eine verbindliche Personalkonzeption vorlegen.
Effizienter und deutlich schlanker soll die Verwaltung der rheinischen Kirche mit ihren 743 Kirchengemeinden werden.
Künftig wird es in der Regel höchstens ein Verwaltungsamt pro Kirchenkreis geben - bislang sind es zwischen 125 und 150 für die ganze Landeskirche. Die Reform soll Kosten sparen und die Qualität der Verwaltungsarbeit sichern.
Außerdem würden Pfarrer, Jugendmitarbeiter und Kirchenmusiker von organisatorischen Aufgaben entlastet, hieß es.
In einer Reihe politischer Beschlüsse setzte sich das Kirchenparlament, das 2,8 Millionen Protestanten repräsentiert, bei seiner am Freitag zu Ende gehenden Jahrestagung für mehr soziale Gerechtigkeit, einen besseren Flüchtlingsschutz und ein völliges Verbot von Rüstungsexporten ein.
Unter anderem wurde ein neues Wort zur sozialen Lage in Deutschland angeregt.
Zur Bekämpfung der Kinderarmut fordert die Landeskirche die Einführung einer Kindergrundsicherung. Nötig sei außerdem der Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung.
Eine Legalisierung der Tötung auf Verlangen lehnt die rheinische Kirche weiter ab.
»Das ist eine Grenze, die wir nicht überschreiten wollen«, hieß es in einer Debatte zum theologischen Hauptthema der einwöchigen Synode, »Leben hat seine Zeit, Sterben hat seine Zeit«.
Eine gleichlautende Orientierungshilfe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa soll Grundlage für weitere Diskussionen über ethische Fragen zum Lebensende sein. epd
Dieser Beitrag wurde am 13.1.2012 um 07.29 Uhr veröffentlicht.
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