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Woche vom 11. bis 17. Juli

Unerreichbares Wunderwasser

Jesus heilt einen Gelähmten am See Bethesda. Foto: wikipedia

Jesus heilt einen Gelähmten am See Bethesda. Foto: wikipedia

Sonntag: Psalm 51; Montag: Johannes 4, 27-42; Dienstag: Johannes 4, 43-54; Mittwoch: Johannes 5, 1-9a; Donnerstag: Johannes 5, 9b-18; Freitag: Johannes 5, 19-23; Samstag: Johannes 5, 24-30

Es kommt zu einer Auswertung des Gespräches, das Jesus mit der Frau aus Samaria geführt hat. Der Dialog findet auf verschiedenen Ebenen statt, die dem jeweiligen Gesprächspartner noch verborgen bleiben und sich erst jetzt im Nachhinein öffnen. Erst jetzt kann man also verstehen, was Jesus damals mit seinen Worten gemeint hat.


Diese Einsicht gilt dann aber auch für die späteren Leser, denn in jeder Epoche und in jedem Leben gibt es Erfahrungen von Gottes Wirken, die erst im Rückblick verstanden werden, wenn alle „Muster, die von Gott in den Teppich des Lebens verwoben wurden“, entdeckt werden können.

Glauben ist auch in den Generationen nach Christus, oder besser: mit Christus immer auch ein Glauben gegen den Augenschein. Aber Christen wissen um die andere Ebene Gottes hinter den Dingen und hinter dem, was vor Augen ist.


Wunderwasser im Teich

Zu den anrührendsten Geschichten des Neuen Testamentes gehört die von dem Kranken am Teich Bethesda. Die Archäologen konnten dieses Gewässer inzwischen neben der Annakirche unweit des Stephanstores bestimmen. In der Kreuzfahrerzeit wurde die Teichanlage mit Schutt verfüllt und überbaut, so dass sie langsam in Vergessenheit geriet.

Es gibt auch Hypothesen zu dem sich rhythmisch bewegenden Wasser, das jedenfalls nicht vulkanisch bedingt ist, und auch über die Heilkraft, die ihm (u.a. vom Asklepios-Kult) nachgesagt wurde. Wahrscheinlich diente der Teich der Wasserversorgung des nahe liegenden Tempels. Bethesda heißt Haus der Barmherzigkeit


Hilflose Einsamkeit

Für das nicht genauer benannte Fest (5,1) kommen zwar alle drei Wallfahrtsfeste der Juden infrage, wahrscheinlich ist es aber das (jüdische) Pfingstfest im Jahr 29, an dem jener Patient nach 38 Jahren leidvollen Wartens Jesus antwortet:. „Herr, ich habe keinen Menschen!“

Obwohl sich doch nur wenige Meter entfernt im Tempel die Menschenmassen drängten und fromme Hilfe hätte selbstverständlich sein müssen. Es ist müßig, über die medizinische Seite der Krankheit zu spekulieren. Die hilflose Einsamkeit überlagerte schließlich alles andere bei diesem Mann.


Provokation: Jesus nennt Gott Vater

Über einen Heilvorgang selbst wird nichts berichtet. Jesus sagt nur: „Steh auf, nimm dein Bett und gehe hin!“ Aber der Knackpunkt: Das geschieht am Sabbat und ist deswegen in den Augen der Pharisäer eine eklatante Provokation gegen Gottes Gebot.

Und noch „schlimmer“: Jesus nennt Gott im folgenden Gespräch seinen Vater und nimmt gleichsam die Gottgleichheit in Anspruch, ein unerhörter Vorgang, der schließlich den Anlass für die Strafverfolgung Jesu bietet. Von Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 18.7.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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