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Woche vom 16. bis 22. Oktober

Messias – alles wird neu

Sonntag: Psalm 25; Montag: Matthäus 22, 15-22; Dienstag: Matthäus 22, 23-33
Mittwoch: Matthäus 22, 34-46; Donnerstag: Matthäus 23, 1-12; Freitag: Matthäus 23, 13-28; Samstag: Matthäus 23, 29-39

Jesus lässt sich nicht mehr auf Nebenthemen ein oder durch Fangfragen abdrängen: Es geht bei der Auferstehung nicht einfach um eine Wiederherstellung dieser alten Welt (nur ohne Leid), sondern sie ist Neuanfang Gottes mit den Menschen.

Allerdings muss man bei der anderen Frage nach den Steuern auch beachten, dass die junge Kirche ein elementares Interesse daran hatte, ihr schwieriges Verhältnis zum römischen Staat zu klären.

Für sie bedeuteten diese Jesus-Worte: Wir respektieren den Staat und seine Macht, wir machen also keine Opposition oder gar Revolution, sondern wir kümmern uns um unsere Dinge.

Das hieß dann aber auch: Wir geben Gott, was Gottes ist. Er und sein Sohn sind für uns die höhere Autorität als der Kaiser! Und dieses Denken oder besser Glauben hatte Konsequenzen im Alltag.

Messias Gottes - eine andere Dimension

Die Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern und Schriftgelehrten spitzt sich weiter zu. Jesus schlägt sie mit ihren eigenen Waffen und erinnert noch mal an das Doppelgebot der Liebe, das schon tief im ersten Testament verankert war.

Ebenfalls stellt er die Frage nach dem Davidssohn und beantwortet sie selbst: Der Messias wird nicht das alte Königtum wieder herstellen, denn schon David wusste, dass seine Herrschaft nur eine Leihgabe und ein Abglanz war, die vor Gottes Kraft verblasste. Der Messias Gottes verkörpert eine andere Dimension als sie je ein irdischer Herrscher darstellen könnte.

Gottes Absicht ins Gegenteil verkehrt

Das ganze Kapitel 23 enthält eine scharfe Abrechnung Jesu mit seinen Gegnern. Nicht, was sie sagen, ist verkehrt, sondern was sie tun. Jesus geißelt nicht die Inhalte, die sie weitergeben, vielmehr das System der Heuchelei und Ausbeutung, welches sie darauf aufgebaut haben.

Gerade die Trostbedürftigen und Schwachen, die Kranken und Verzweifelten, denen Gott mit seinem Wort, seinen Verheißungen und Wegweisungen nahe sein möchte, werden von den „reißenden Wölfen in Menschengestalt“ ausgenutzt und abgestoßen.

So wird Gottes Absicht und der eigentliche Sinn, der in seinem Wort liegt, geradezu ins Gegenteil gekehrt und völlig entstellt.

Erwählung Israels aufgehoben?

Mit dem Weheruf über das alte Jerusalem endet dieser Abschnitt. Aber die Erwählung des Volkes Israel, bleibt sie oder ist sie in Zukunft wirklich und völlig aufgehoben? Es ist gut, nach der Lektüre dieser Stellen noch einmal in die Kapitel 9-11 des Römerbriefs zu schauen.

Für Matthäus ist es wahrscheinlich die Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70, die ihm wie eine letzte erschreckende Bestätigung der Worte Jesu vor Augen ist. Das Matthäusjahr neigt sich dem Ende zu, aber die Lektüre wird noch einmal unterbrochen.

Zuvor folgt zunächst eines der spannendsten Bücher der Bibel: Hiob. Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 23.10.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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