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Montag, 20.10.2014
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Woche vom 1. bis 7. Januar

Markus auf der Spur

Der Evangelist Markus. Foto: Archiv

Der Evangelist Markus. Foto: Archiv

Sonntag (Neujahr): Psalm 121; Montag: Markus 1, 1-13; Dienstag: Markus 1, 14-20; Mittwoch: Markus 1, 21-39; Donnerstag: Markus 1, 40-45; Freitag (Epiphanias): Markus 2, 1-12; Samstag: Markus 2,13-17

Mit Psalm 121, dem alten, hoffnungsfrohen Lied der Jerusalemwallfahrer, beginnt das Neue Jahr.
Ohne Weihnachtsgeschichte (Lukas) und ohne die Ahnenkette des legendären davidischen Königshauses (Matthäus), aber auch ohne die „kosmische Verknüpfung“ der Menschwerdung (Johannes) Gottes setzt Markus mit einer knappen Überschrift ein: Gute Nachricht von Jesus.

Dieses Markusevangelium, ausgewählt für 2012, ist das kürzeste und älteste.

Es knüpft gleich an die Bußpredigt des Täufers an und beschreibt die Legitimation des erwachsenen Jesus in der Taufe. Gott selbst erklärt dabei: „Dies ist mein lieber Sohn!“ (1, 11) – Worte, mit denen nach römischem und pharaonischem Recht Kinder adoptiert wurden.

Die altkirchliche Tradition führt das Evangelium auf einen Mann mit dem lateinischen Namen Markus zurück.

Nachweisbar überliefert ist der Verfasser aber nirgendwo. Aber das ist für jene Zeiten auch nicht ungewöhnlich. Nicht zuletzt ist ein Evangelium auch eher eine Dokumentation, also von den Ereignissen geprägt und weniger vom Verfasser.

Lange Jahre war ein schriftliches Festhalten der Frohen Botschaft deswegen noch nicht dringend, weil ja die Augenzeugen noch lebten, und auch die Phase der Ausbreitung der jungen Gemeinde begann erst ganz langsam und allmählich.

Vom Kirchenvater Papias ( etwa 120 -160) wird Markus als „Assistent“ des Petrus erwähnt, und es könnte sein, dass er Begleiter des Paulus in der Apostelgeschichte (etwa 12, 12) ist.

Ziemlich sicher ist die Verbindung des Evangelisten mit Ägypten.

Der Patriarch von Alexandria und Papst der koptischen Christen residiert noch heute auf dem „Stuhl des heiligen Markus“, dessen selbstbewusstes Zeichen der Löwe ist.

Viele vermuten auch, dass im Evangelium vieles vor dem Hintergrund der pharaonischen Kultur zu verstehen ist, weil die Gemeinden dort die ersten Adressaten waren. Das würde erklären, warum es für unser abendländisches Denken so schwierig ist, eine überzeugende Gliederung für das Evangelium zu finden.

Andere meinen, das läge daran, dass Markus seinen Text aus mündlichen oder schriftlichen Bruchstücken zusammengefügt hat, die er unterschiedlich vorgefunden und gesammelt hat.

Einige halten es für möglich, dass es ein „Ur-Evangelium des Markus“ gegeben hat.

Seit Markus gibt es dann die Bezeichnung Evangelium für Schriften, die die Leben und Botschaft Jesu weitergeben. Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 8.1.2012 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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