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Woche vom 15. bis 21. Januar

Kirche folgt dem Kyrios

Jesus wird der Kyrios. Foto: gmh

Jesus wird der Kyrios. Foto: gmh

Sonntag: Psalm 89, 20-53; Montag: 1. Korinther 3, 1-8; Dienstag: 1. Korinther 3, 9-17; Mittwoch: 1. Korinther 3, 18-23; Donnerstag: 1. Korinther 4, 1-13; Freitag: 1. Korinther 4, 14-21; Samstag: 1. Korinther 5, 1-13

Korinth war eine lebhafte Hafenstadt mit vielen Verbindungslinien in die damals bekannte Welt. Das ist sicher ein Grund dafür, dass diese Stadt für die Ausbreitung des Christentums eine Schlüsselstellung einnehmen sollte. Die Situation der Gemeinde dort war dementsprechend bunt, wenn man es positiv ausdrücken will.


Negativ daran war, dass diese „multikulturelle“ Zusammensetzung zu Parteiungen führte, die zum Teil gegeneinander auftraten. Einzelne Fraktionen beriefen sich jeweils auf verschiedene Autoritäten der jungen Christenheit, obwohl die Namen von „Petrus“, „Apollos“, der nach den Anfängen des Paulus in Korinth tätig war, oder gar „Christus“ nur Etiketten für vielschichtige Unterschiede waren. Gewiss gab es auch ein Sprachenproblem. Paulus hat seine Briefe nicht ohne Grund auf Griechisch geschrieben, weil das nur eine Minderheit konnte. Selbst die Bibel des ersten Bundes, das alte, erste Testament wurde in der Septuaginta, seiner griechischen Übersetzung verwendet, weil die Hebraica nicht „alltagstauglich“ war.


Evangelium nur Angelegenheit des Geistes?
Allerdings brachte die andere Sprache auch neue Probleme. So wurde nach griechischer Denkweise die Jesu-Botschaft als eine neue „Weisheitslehre“ angesehen. Das folgenreiche Missverständnis, das sich daraus ergab, war jedoch, dass damit das Evangelium nur eine Angelegenheit des menschlichen Geistes gewesen wäre. Die körperliche, materielle – oder wie Paulus meistens noch drastischer formuliert: ^die „fleischliche“ Seite des Lebens wäre außen vor geblieben. Das wurde so gedeutet: Wenn der Mensch sich in der geistigen Welt bewegt, kann sein Leib tun, was er will. Genau das aber war mit dem Evangelium nicht vereinbar, auch wenn das jüdische Denken die griechische Unterscheidung von Geist und Leib, von dem „Ort der Ideen“ und der realen Welt aus den bloßen „Abbildern“ dieser Ideen gar nicht kennt. Paulus musste den Sinn der Botschaft Jesu in die neue Gedankenwelt übertragen.


Kirche folgt dem Kyrios
Kennzeichnend ist, dass sich Paulus nicht mehr als Bevollmächtigter des jüdischen „Messias“ äußert, sondern das griechische Wort „Christus“ wählt. Das ist ein Titel, der im gesamten Hellenismus im Sinne von „Thronfolger der Weltherrschaft“ verstanden wurde, also nicht mehr als Erneuerung bloß des davidischen Königtums! Aus der jüdischen „Synagoge“, der „Versammlung“ der Gläubigen ist damit die „Kirche“ geworden, die Gemeinde, die ihrem „Kyrios“ nachfolgt. Im Gottesdienst hatte man mit „Halleluja“ oder „Hosianna“ noch die alten hebräischen Jubelrufe übernommen, das „Herr, erbarme dich!“ wurde jedoch in der Weltsprache gebetet, in griechisch: „Kyrie eleison!“ Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 15.1.2012 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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