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Woche vom 25. bis 31. Juli

Jesus redet mit mir!

Jesus spricht zu den Menschen, früher - doch auch heute noch. Foto: wikipedia

Jesus spricht zu den Menschen, früher - doch auch heute noch. Foto: wikipedia

Sonntag: Psalm 48; Montag: Johannes 6, 60-65; Dienstag: Johannes 6, 66-71; Mittwoch: Johannes 7, 1-13; Donnerstag: Johannes 7, 14-24; Freitag: Johannes 7, 25-31; Samstag: Johannes 7, 32-39

Das Petrusbekenntnis ist auch im vierten Evangelium der Wendepunkt in Jesu Leben. Erneut beschreibt Johannes die Gespräche oder Reden Jesu so, dass die unmittelbar Zuhörenden sie missverstehen mussten.


Der Sinn der Worte wird erst später verstehbar.

Nicht die Hörer, sondern erst die Leser begreifen die Zusammenhänge. Eine UK-Leserin meinte kürzlich, sie habe das Gefühl, dass Johannes die Dialoge so aufgeschrieben habe, als ob Jesus schon damals in die Zukunft geredet habe, und manchmal komme es auch bei ihr zu dem Empfinden: Er redet mit mir!

Und eben nicht in erster Linie mit den Menschen damals. Vielleicht liegt in dieser Beobachtung überhaupt das ganze Geheimnis des vierten Evangeliums.


Echte Sehnsucht oder Hinterhältigkeit?

Aus Galiläa wechselt die Handlung wieder in die Hauptstadt Jerusalem. Der Unterschied zwischen seinen Brüdern und seinen Jüngern wird spürbar. Ob hinter dem „Offenbare dich doch vor der Welt!“ eher echte Sehnsucht nach Klarheit oder hinterhältiges Ausliefern und Preisgeben steht, mag dahingestellt bleiben.

Es gab in der Bibel schon zuvor Brüder, die ihren Jüngsten in den Brunnen geworfen haben, weil er vom Vater bevorzugt schien (1. Mose 37). Alle wussten: Der Aufenthalt Jesu in der Stadt des Tempels ist inzwischen lebensgefährlich geworden.

Seit der Heilung am Teich Bethesda, die am Sabbat geschah und so nahe am Heiligtum mit entsprechender Öffentlichkeitswirkung ablief, stand Jesus auf der Fahndungsliste.


Jesus will sich nicht verstecken

Jesus lässt sich aber nicht in Abläufe zwingen, sondern bestimmt sein Handeln selbst. Er geht heimlich auf das „Fest des Zeltaufschlagens“, also das Laubhüttenfest, wie es genannt wird, das noch heute an die Zeit der Wüstenwanderung erinnert, als man morgens oft nicht wusste, wo man abends sein Haupt zur Ruhe legen würde.

Jesus will sich auf dem Fest nicht verstecken.

Er geht mitten in den Tempel, sammelt einen Kreis von Menschen um sich und lehrt die Tora, so wie es andere Lehrer dort seit alters her taten. Und das, was er lehrte, ist mit wenigen Worten zusammenzufassen: Ihr habt die Tora! Wendet sie an!

Jesus sagt von sich selber (V.16): Ich bin kein Neuer, der etwas anderes sagt als was ihr schon lange wusstet, sondern bin gesandt vom Gott unserer Väter. Wenn ihr seinen Willen tut, werdet ihr merken, dass auch ich von ihm rede.


Herzliche Mahnung und schroffe Anklage

Das ist eine Predigt, die wiederum diese zwei Seiten hat: Auf der einen Seite ist sie eine herzliche Mahnung: Lebt doch endlich so wie Gott es euch ermöglicht hat!

Und auf der anderen Seite ist die Rede Jesu eine schroffe Anklage gegen die Heuchelei derer, die eine hochreligiöse Fassade aufrecht halten, obwohl die Lebensrealität eine brutale und unmenschliche Gesellschaftsordnung darstellt.

Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 1.8.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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