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Woche vom 14. bis 20. März

Heiliger Geist - die Überraschung

Der Heilige Geist - unverzichtbar für den Glauben. Foto: wikipedia

Der Heilige Geist - unverzichtbar für den Glauben. Foto: wikipedia

Sonntag: Psalm 57 Montag: Johannes 14, 8-14 Dienstag: Johannes 14, 15-26 Mittwoch: Johannes 14, 27-31 Donnerstag: Johannes 15, 1-8 Freitag: Johannes 15, 9-17 Samstag: Johannes 15, 18-16, 4

Viele Stellen in diesen Kapiteln sind in den Lutherausgaben der Bibel fett gedruckt. Kein Wunder! Hat doch Luther (Vorrede auf das Neue Testament) formuliert: „Weil nun Johannes gar wenig Werk von Christo, aber gar viel von seiner Predigt schreibt, wiederum die anderen drei Evangelisten viel seiner Werk, wenig seiner Wort beschreiben, ist Johannis Evangelion das einige zarte rechte Hauptevangelion und den anderen dreien weit vorzuziehen und höher zu achten.“

Die Abschnitte für diese Woche sind zum Beispiel solche Stellen, die der große Reformator da vor Augen hatte. Auch wenn aus heutiger Sicht seine Beurteilung den synoptischen Evangelien gegenüber und auch im Blick auf das Paulusschrifttum zu einseitig ist, so hebt sie die fast zeitlose Lebendigkeit der Johannesüberlieferung bleibend hervor.


Immer wieder das Verhältnis zu Gott

Gerade die Reden, in denen Jesus Abschied nimmt, lesen sich wie ein aktueller Dialog mit fragenden Menschen unserer Zeit, die ihren Glauben zwischen Zweifel und Vertrauen, Angst und Hoffnung suchen.

Immer wieder geht es um das Verhältnis Gott und Jesus, Gott ist der Vater, der zwar über aller Zeit und über allem Raum stehende Schöpfer, der aber nun für seine Geschöpfe nicht mehr nur Jahwe, ich bin der ich bin, genannt wird, sondern eben wie in einer menschlichen Familie als Vater angeredet werden darf.

Dazu ist Jesus, der Sohn, der Bruder, der sichtbare, ganz menschliche Begleiter, der mit mir auf dem Wege ist. Der Abschnitt 14,15 f. liest sich wie eine Vorbereitung dessen, was später als Lehre von der Dreieinigkeit zum zentralen christlichen Glaubensbekenntnis wurde.

Der Geist Gottes wird im Hebräischen mit dem – übrigens weiblichen – Wort „ruah“, dem sanften Wüstenwind, ausgedrückt, griechisch steht jetzt bei Johannes das sächliche Wort für Luft, „pneuma“, was im lateinischen Bekenntnis dann mit dem männlichen „spiritus“ übersetzt wurde, welches von dem Verb spirare, „atmen“, kommt.

Das deutsche Wort Geist bleibt nicht in dieser Tradition, sondern geht auf das germanische „gheis“ zurück, das ursprünglich „erregt, aufgebracht und ergriffen sein“ zum Ausdruck brachte und dann „Geist, Seele, Gemüt“ bedeutete, aber eben auch „überirdisches Wesen, Gespenst“.


Gott, für mich

Der Heilige Geist ist vor allem der Tröster. Das griechische Wort hat ebenfalls eine breite Bedeutung. Der „Paraklet“ ist der Beistand, der Anwalt, der die Sache eines Beklagten oder Klägers vor Gericht führt und ganz allgemein der Fürsprecher, der sich mit Wort, aber auch Tat für einen anderen einsetzt.

Der Heilige Geist bedeutet darum: Gott ist bei mir, mit mir, für mich, ja sogar in mir. Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 15.3.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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