Woche vom 24. bis 30. Januar
Gottes Lebens-An-Gebot
Sonntag: Psalm 1; Montag: 5. Mose 5, 23-33; Dienstag: 5. Mose 6, 1-9; Mittwoch: 5. Mose 6, 10-25; Donnerstag: 5. Mose 7, 1-11; Freitag: 5. Mose 7, 12-26; Samstag: 5. Mose 8, 1-20
Das sechste Kapitel ist wohl das wichtigste des ganzen Buches. Hier steht der „Grundvertrag“, der zwischen Gott und seinem Volk gilt, ja der Israel erst zu einem Volk macht.
Jahwe ist allein Gott, der einzige, nicht nur für Israel, sondern für die ganze Welt, und steht damit über allen Göttern. Denn es gilt nicht nur dass in allem ein Gott ist, im Fluss, im Baum und im Acker, sondern die Israeliten wissen, dass es überhaupt nur einen einzigen Gott gibt, und der ist in allem.
Man kann die Verehrung anderer Götter hinnehmen, sogar respektieren, aber es gibt nur diesen einen Gott! Und alle Welt ist von ihm erschaffen, es gibt auch keinen Bereich, der außerhalb seines Reiches, seiner Reichweite steht.
Kein Gott im fernen Himmel
Schließlich: Gott entzieht sich zwar jeder Vorstellungskraft, aber er ist nicht ein Gott, der in einem fernen Himmel wohnt: Er ist nahe, wendet sich dem Menschen zu, kommuniziert mit ihm durchs Wort, hört auf Gebete, also einer, der in und nicht jenseits der Welt ist.
Von dieser Basis des Glaubens leitet sich alles andere ab, das Leben, das Tun und Lassen des einzelnen, der Familie und Kommune, aber auch des ganzen Staatswesens und zwar nicht nur des eigenen. Einbezogen sind alle Völker, auch wenn sie selbst nicht auf diesem Grundgesetzt stehen.
Und Gott ist nicht nur der Herr über die sichtbare Welt, sondern das ganze Universum, die Unterwelt mit dem Reich der Toten und die Sternenwelt und – wie man damals meinte – die Geisterwelt sind damit einbezogen. Natürlich ist das alles von den Menschen der damaligen Zeit noch nicht bis zu Ende gedacht worden.
Ferner war auch das Wesen des Individuums keineswegs so verstanden wie heute. Gottes Bund war einer mit dem Volk, der Gemeinschaft. Moses „verhandelt“ für sein Volk, wird wie ein Partner, ja als „Freund Gottes“ behandelt.
Jüdisches Glaubensbekenntnis
Nicht umsonst gelten die Verse ab 6, 4 als das „jüdische Glaubensbekenntnis“, das jeder im Leben und Sterben in seinem Herzen trägt. In letzter Verzweiflung wurde es an Wände der Todeslager gekritzelt und legt Zeugnis ab vom Glauben derer, die die Tora als Gottes „Lebens-An-Gebot“ geglaubt und gehofft und gegen allen Augenschein festgehalten(6, 3) haben.
Auch Christen können diese Worte ohne jede Einschränkung mitsprechen. Der Glaubenssatz von der Dreieinigkeit Gottes, von Vater, Sohn und Heiligem Geist, hebt die grundsätzliche Einheit Gottes nicht auf, sondern differenziert sie, auch wenn das etwa im Dialog mit dem Islam, aber auch dem Judentum einer der schwierigsten Punkte ist, die es zu klären gilt. Walter Schroeder
Dieser Beitrag wurde am 31.1.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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