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Woche vom 17. bis 23. Januar

Gott regelt Leben

Alles ist im Alten Testament durch Gesetze geregelt. Doch das letzte Wort hat Gott. Foto: zimmytws

Alles ist im Alten Testament durch Gesetze geregelt. Doch das letzte Wort hat Gott. Foto: zimmytws

Sonntag: Psalm 92; Montag: 5.Mose 2, 16-25: Dienstag: 5.Mose 3, 12-29; Mittwoch: 5.Mose 4, 1-14; Donnerstag: 5.Mose 4, 15-24; Freitag: 5.Mose 4, 25-40; Samstag: 5.Mose 5, 1-22

In den ersten vier Kapiteln geht es um einen geschichtlichen Rückblick. In 4, 41 sind die drei Freistädte im Ostjordanland erwähnt, in die ein Täter bei fahrlässiger Tötung oder Totschlag fliehen konnte. Und interessant die Ergänzung: „ ...der ihm (dem Opfer) vorher nicht feind gewesen ist!“

Das heißt, es betrifft nur solche Täter, die den Frieden nicht willentlich aufs Spiel gesetzt und bislang die Harmonie des Zusammenlebens nicht gestört hatten. In diesen Freistädten war ein Täter vor der Blutrache geschützt, nicht vor dem ordentlichen Gericht!

Die Blutrache ist archaisches Erbe der Menschheit, auch in zivilisierten Nationen spürt man davon noch Reste etwa bei der Todesstrafe oder wenn nach scheußlichen Verbrechen spontan radikale und drastische Strafen als „Sofortmaßnahme“ gefordert werden.


Zählung der Gebote hat sich verschoben

Damals sollte ein Vergehen gegen Leib und Leben gewiss mit dem Tode bestraft werden (2. Mose 22,12), aber erst nach einer ordentlichen Gerichtsverhandlung. In der Praxis wurde dann stillschweigend dafür gesorgt, dass in der Nacht vor der Vollstreckung die Gefängnistür offen stand.

In Kapitel 5 werden noch mal die Zehn Gebote aufgeführt. Es lohnt sich der Vergleich zu Exodus 20. Das Sabbat- und das Bilderverbot nehmen großen Raum und Gewicht ein. Die Mitte ist jedoch das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten!“, und du brauchst es auch nicht.

Im Laufe der Zeit haben sich die Gewichte verschoben, auch ist die Zählung im christlichen Gebrauch verändert worden. Im Grunde ist das in unserer Bezifferung neunte und zehnte Gebot ursprünglich nur eins zum Stichwort „begehren“, dafür ist das Bilderverbot in den Hintergrund getreten und – etwa in Luthers Kleinen Katechismus – in die „Erklärungen“ gerückt.


Nicht Verbotsschilder sondern Angebote

Sinnvoll ist es, den mal daneben zu legen und oder den Heidelberger, um zu entdecken, wie die Gebote über den Wandel der Zeiten hinweg ihre Gültigkeit bewiesen haben. Immer gilt: Es sind keine diktatorischen „Verbotsschilder Gottes“, mit denen der seine Geschöpfe drangsalieren will.

Ganz im Gegenteil wollen sie Angebote sein, die das Leben absichern wie Geländer den Übergang über Brücken schützen und so davor bewahren, in Abgründe zu stürzen.

Bei Vers 16 lautet der Akzent: Du sollst deine Eltern ehren, wenn sie alt und gebrechlich sind! Das Gebot zielt weniger auf die Kindererziehung, sondern auf die Altersversorgung, die bei einem wandernden Volk durchaus problematisch war.

In Vers 21 handelt es sich bei den Knechten und Mägden um Sklaven, also Gekaufte, Kriegsgefangene zumeist. Fremdlinge dagegen sind Besucher oder besser noch: Gäste. Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 24.1.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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