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Samstag, 29.11.2014
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Woche vom 8. bis 14. Januar

Frohe Botschaft in neuen Gefäßen

Paulus schrieb wohl mehr als die zwei überlieferten Briefe nach Korinth. Foto: archiv

Paulus schrieb wohl mehr als die zwei überlieferten Briefe nach Korinth. Foto: archiv

Sonntag: Psalm 89, 1-19; Montag: 1. Korinther 1, 1-9; Dienstag: 1. Korinther 1, 10-17; Mittwoch: 1. Korinther 1, 18-25; Donnerstag: 1. Korinther 1, 26-31; Freitag: 1. Korinther 2, 1-9; Samstag: 1. Korinther 2, 10-16

In den nächsten Wochen steht der erste Teil des 1. Korintherbriefes auf dem Leseplan. Gerade im Markus-Jahr, in dem dieses älteste Evangelium Schwerpunkt ist, muss man sich jedoch bewusst machen, dass die Paulus-Schriften rund ein Jahrzehnt früher geschrieben wurden.

Das Neue Testament wurde erst viel später und dann nicht nach der Entstehungszeit der Dokumente, sondern eher nach deren Länge zusammengefügt und im 2. Jahrhundert als verbindlicher Kanon der heiligen Schriften beschlossen.

Dabei wurden die Evangelien mit den Worten und Taten Jesu gewissermaßen als Grundlage voran gesetzt. Und die „Episteln“, die Briefe, beginnen dann mit dem langen Römer- und den beiden Korintherbriefen, und nicht mit der ersten schriftlichen Urkunde des Christentums, denn das wäre der 1. Thessalonicherbrief.

Brief-Zählung nicht geklärt

Dabei gibt es bei der Einordnung der Korinther-Briefe allerdings noch eine weitere Schwierigkeit. In 5, 9 wird nämlich ein Schreiben an die Korinther erwähnt, das offenbar voraus gegangen ist, also eigentlich als der erste Brief gezählt werden müsste.

Ferner gibt es wahrscheinlich zwischen dem 1. und 2. Korintherbrief jetziger Zählung noch einen verschollenen Zwischenbrief wie aus 2. Korinther 2, 3-4 und 7, 8 ff. hervor geht.

Es sei denn, diejenigen haben Recht, die vermuten, dass dieser „Tränenbrief“ später beim Vervielfältigen in den 2. Korintherbrief eingearbeitet worden ist.

Wichtige Schriftstücke wurden abgeschrieben, möglicherweise auch zusammengefasst, um sie benachbarten Gemeinden zur Kenntnis zu geben.

Weniger bedeutsame Korrespondenz ist im Laufe der Zeit schlicht verloren gegangen. Paulus hat ziemlich sicher mehr Briefe geschrieben als überliefert sind.

Griechische Gedankenwelt herrschte

Die Gemeinde in Korinth entstand um das Jahr 50. Paulus selbst hat sie gegründet. Für den Apostel war es selbstverständlich, in dieser Anfangsphase zunächst bei den Juden anzuknüpfen und in ihren Synagogen zu sprechen (Apostelgeschichte 18, 1ff.).

Es wird aber schnell deutlich, dass in Korinth die griechische Gedankenwelt vorherrscht.

Es handelt sich bei den Begriffen und Denkstrukturen griechischer Kultur um „andere Gefäße“, in die frohe Botschaft „gegossen“ werden musste, um sie diesen Menschen, die ja ohne das erste, das alte Testament aufgewachsen waren, verständlich zu machen.

Mit einem ausführlichen Gruß der Absender (Sosthenes ist der zweite) an die Adressaten beginnt das gewichtige und vergleichsweise sehr lange Schreiben.

Da lohnt es sich, einmal die Anfänge der anderen Briefe zu vergleichen, um „Feinheiten“ zu entdecken!
Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 15.1.2012 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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