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Freiheit durch Christus

Paulus ist fest überzeugt: Christlicher Glaube befreit. Foto: Archiv

Paulus ist fest überzeugt: Christlicher Glaube befreit. Foto: Archiv

Sonntag: Psalm 135; Montag: 1. Korinther 8, 1-6; Dienstag: 1. Korinther 8, 7-13; Mittwoch: 1. Korinther 8,7-13; Donnerstag: 1. Korinther 9, 19-23; Freitag: 1. Korinther 9, 24-29; Samstag: 1. Korinther 10, 1-13

Ein weiteres Problem der frühen Kirche ist heute nur schwer verständlich, nämlich das des Fleischkaufs und -verzehrs.
In einer Zeit, in der das Schlachten fast ausnahmslos in den Tempeln geschah („Opferfleisch“), man also sonst nirgendwo Fleisch bekommen konnte als bei Priestern, war der Gang zum „Fleischlieferanten“ für Christen kein neutraler Einkauf, sondern zumindest in der Wirkung missverständlich.


Grundsätzliches legen die Verse 4-6 dar. Götzen (Idole) sind ursprünglich Schattenbilder von Toten, also etwas Wirklichkeitsloses. Dann gibt es im Himmel die Sonne (Mitras-Kult!) und die Sterne, die von vielen verehrt werden. Auf Erden gibt es vor allem den römischen Kaiser, der sich den Titel „Gott“ beigelegt hat. Nichts machte damals die Trennung der Gemeinde von der Welt so sichtbar wie die Ablehnung der Kaiser-Ehrung.


Freiheit zum Verzicht
In Kapitel 9 geht es um das große Thema von der Freiheit eines Christenmenschen. Es gibt jedoch Kriterien: Zwischen Freiheit haben und diese Freiheit ausüben ist ein Unterschied! Freiheit kann auch der Verzicht auf gerade diese Freiheit sein. Die Grenze wird im Gewissen des Einzelnen gezogen, wohl die schwerste Aufgabe für Christen!


Die Rücksicht auf die Schwachen grenzt zum einen die eigene Freiheit ein, und ferner passiert es zu leicht, dass jemand, der meint, durch nichts Irdisches gebunden zu sein, wieder abhängig wird in alten Fesseln, die das Leben kennt.

Ein Christus der Freiheit
Paulus versucht, selbst ein Vorbild in dieser Freiheit zu sein, typischerweise, indem er „allen alles wird“ (9, 22). Das heißt nicht, dass er jedem zu Willen ist, sondern dass er bereit ist, mit den Gedanken seiner Gesprächspartner zu denken. Er lässt sich auf sie ein, um sie dort abzuholen, wo sie sind. Christliche Freiheit ist für ihn nicht das Durchsetzen des Glaubens um jeden Preis. Gerade die Freiheit macht ihn fähig, ein Leben in Demut (Mut zum Dienen) zu führen, weil Christus Mitte und höchste Autorität ist.
Das Volk Israel hingegen – und das ist das Gegenbeispiel – hat seine Freiheit verspielt (10, 1ff.). Sie haben die Verantwortung, die zu jeder Freiheit gehört, unterschätzt.


Hinter der Frage nach dem Götzendienst im eher unjüdischen (heidnischen) Korinth steht wahrscheinlich ebenfalls ein weit reichendes Problem. Ist es möglich, als Christ weiter im alten Bekanntenkreis an deren mehr oder weniger religiös geprägten Festen („Schlachtefesten“ 10,18) teilzunehmen? Welchem Geist huldigt man da? Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 29.1.2012 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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