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Woche vom 25. September bis 1. Oktober

Es knallt in der Gemeinde

Streit kann ganz schön unangenehm sein. Foto: Archiv

Streit kann ganz schön unangenehm sein. Foto: Archiv

Sonntag: Psalm 78, 56-72; Montag: Matthäus 17, 14-21; Dienstag: Matthäus 17, 22-27
Mittwoch: Matthäus 18, 1-14; Donnerstag: Matthäus 18, 15-20; Freitag: Matthäus 18, 21-35; Samstag: Matthäus 19, 1-12

Nach dem Wendepunkt in Caesarea Philippi rücken nun die Themen in den Vordergrund, die vor allem später für das Zusammenleben von Christen wichtig werden würden. Dieser Abschnitt ist die vierte große Rede im Matthäusevangelium.

Konflikte in der Gemeinde

Es gibt Eifersüchteleien und Rangstreit. Den Mahnungen „Achtet die Kleinen und Geringen unter euch!“ und „Kümmert euch um den Einzelnen, wenn er in Not ist!“ (verlorenes Schaf), folgt jetzt die Regel für den Umgang mit Gemeindegliedern, die schuldig wurden: Zuerst muss das Gespräch unter vier Augen gesucht werden, dann die Aussprache in ganz kleiner Runde.

Erst danach soll ein Konflikt vor dem Plenum der Gemeinde ausgebreitet werden, ein vor allem damals eher familiärer Kreis. Ziel von Seelsorge ist immer, den Bruder oder die Schwester zu gewinnen und nicht anzuprangern (18,15) und auszusondern.

Die Großzügigkeit und Großherzigkeit Gottes soll in der Gemeinde gelebt und nicht durch kleinliche Rechthaberei zunichte gemacht werden (Schalksknecht).

Gegenseitige Vergebung ist dauernde Aufgabe zur Erneuerung der Gemeinde. Das trifft auch für die Ehe zu, vor allem dann, wenn eine Ehe gescheitert ist. In diesem Umfeld taucht die Frage auf, ob es nicht überhaupt besser sei, gar nicht erst zu heiraten.

Ein uraltes Problem!

Seit Mose muss das Scheitern (zum Schutz der Frau) offiziell, also von einem bevollmächtigten Dritten durch ein Scheidungsdokument festgestellt werden.

Der richtige Weg zwischen reich und arm

Die Antwort Jesu auf diesen Fragenkreis ist kein Rezept, sie bleibt eher offen. In der jungen Kirche wird eine Rolle spielen, wie man diese Aussagen Jesu in die verschiedenen Kulturkreise und Rechtssysteme einbringen kann, in denen Christen sehr bald ihren Alltag, auch ihre familiären Probleme, glaubwürdig regeln müssen (19,12).

Immerhin stellt der Evangelist unmittelbar hinter dieses schwierige Thema Jesu herzliches und unbedingtes „Ja!“ zu den Kindern.

Das Gleichnis vom reichen Jüngling sitzt wie ein Stachel im Bewusstsein von Christen vieler Epochen, nicht zuletzt in einer Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft. Aber es ist nicht die einzige Aussage Jesu zum verantwortlichen Umgang mit Besitz und Talenten (vgl. 25, 14).

Das Gleichnis von den „Arbeitern im Weinberg“ oder besser vom „gütigen Besitzer“ ist ebenfalls sehr zugespitzt und greift das Problem der sozialen Gerechtigkeit auf, auch wenn es sich nicht als Muster für Tarifverhandlungen eignet.

Aber die Mahnung: Gebt den Menschen zuerst, was sie brauchen, und dann das, was sie verdienen, behält ihren aufrüttelnden Charakter bis heute.

Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 2.10.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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