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Woche vom 8. bis 14. August

Eine Strafe Gottes?

Nur ein kleiner Schnupfen, aber doch eine Strafe Gottes? Nein, sagt Jesus entschieden. Foto: Archiv

Nur ein kleiner Schnupfen, aber doch eine Strafe Gottes? Nein, sagt Jesus entschieden. Foto: Archiv

Sonntag: Psalm 59
Montag: Johannes 8, 46-59
Dienstag: Johannes 9, 1-12
Mittwoch: Johannes 9, 13-23
Donnerstag: Johannes 9, 24-34
Freitag: Johannes 9, 35-41
Samstag: Johannes 10, 1-10

Es geht um die Frage: Wer ist dieser Jesus von Nazareth? Jesus weiß, wer er selber ist und lebt in seiner innigen Verbindung zum Vater. Die anderen stellen die Gegenfrage: Was machst du aus dir selber? Das führt dann in der Konsequenz zu der Entscheidung.

Hier bereits kommt es im Ansatz schließlich zu einer spontanen Steinigung, aber nicht zu einer in der jüdischen Rechtstradition üblichen, die nach einem geordneten Gerichtsverfahren mit einem entsprechenden Urteil von möglichst vielen Mitgliedern der Gesellschaft vollzogen wurde, sondern zu einer Lynchjustiz, der sich Jesus allerdings noch entziehen kann, nicht irgendwohin, sondern in den Zufluchtsort vor jeder Gewalt, den Tempel.

Zu bedenken auch hier im Schlussteil Vers 8, 31: Jesus sprach zunächst zu den Juden, „die an ihn glaubten“. Das sind offenbar nicht nur die Jünger, sondern ein Kreis von Wohlmeinenden, die schon einen Schritt auf Jesus hin getan haben (das Wort steht im Urtext in der Vergangenheitsform!), also auch nicht nur einfach „Interessierte“.

Positive Bereitschaft gab es also auch! Allerdings ist schwer zu entscheiden, welche Abschnitte der Rede sich auf diese Gruppe beziehen und welche auf die Gegner, also vor allem die Pharisäer. Schon ab Vers 33 hat man nicht mehr den Eindruck, dass Jesus mit Freunden redet, die er überzeugen will.

Zu den zentralen Geschichten des Neuen Testamentes gehört die Heilung des Blindgeborenen (Kp. 9). Der Ausgangspunkt ist nicht der Wunsch nach einer Heilung wie sonst. Eine Heilung schien hier anfangs überhaupt nicht im Blick zu sein, gar nicht im Bereich des Denkbaren. Die Jünger fragen vielmehr nach dem Warum der Krankheit.

Es geht ihnen dabei aber nicht um die Erforschung der medizinischen Ursachen und Bedingungen für diese Behinderung, sondern sie wollen die Schuldfrage klären.

Was ist der tiefere Sinn der Krankheit oder Behinderung? Ist Krankheit eine Strafe Gottes für menschliche Schuld, entweder der eigenen oder – weil das hier ja offenbar nicht der Fall ist – die der Eltern? Ist Krankheit oder Behinderung immer etwas, was zu den „Schattenseiten des Lebens“ gehört, Zeichen des göttlichen Zorns und womöglich sogar Beweis der Verlorenheit eines Menschen?

Die Antwort Jesu öffnet eine ganz andere Sicht: Die Werke Gottes, seine Liebe und Zuwendung sollen an diesem Menschen offenbar werden. Viele Menschen mit ihren Krankheiten und Behinderungen wurden schon zu Lehrmeistern des Lebens. Blinde werden sehend. Aber auch: Vermeintlich Sehende werden blind. Und das ist das größere Problem.

Dieser Beitrag wurde am 15.8.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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