Woche vom 9. bis 15. Oktober
Die Sehenden - wie blind

Der Geschlagene ein Sieger? Nur die Augen des Glaubens können dieses Geheimnis entdecken. Foto: Wikipedia
Sonntag: Psalm 114; Montag: Matthäus 21,12-17; Dienstag: Matthäus 21,18-22; Mittwoch: Matthäus 21,23-27; Donnerstag: Matthäus 21,28-32; Freitag: Matthäus 21,33-46; Samstag: Matthäus 22,1-14
Jesus ist in Jerusalem angekommen! Und zwar im alten Jerusalem, obwohl auch damals schon das Neue Jerusalem als Symbol der Hoffnung in den Herzen der Menschen war. Es ist nicht mehr in erster Linie das Paradies, die Oase in der Wüste Symbolbild der Ewigkeit, sondern die Stadt!
Es geht aufwärts dahin, denn immerhin liegt diese heilige Stadt auf knapp tausend Höhenmetern.
Und wenn man – wie Jesus – aus dem Jordantal aufsteigt, hat man auf einer Entfernung von 30 Kilometern immerhin an die 1400 Höhenmeter zu bewältigen. Das ist ganz schön beschwerlich!
Die Niederlage ist der Sieg
In den Augen der Menschen geht es mit Jesus dabei allerdings abwärts. Die erniedrigende Perspektive eines Verbrechertodes am Kreuz wollen auch diejenigen, die Jesus folgen, immer noch nicht wahrhaben.
Sie rechnen mit einem politischen Umschwung in sehr irdischen Vorstellungen und verteilen schon die Posten in der „Regierung Jesu“: Oberster Richter (zur Linken) oder Oberster Kriegsherr (zur Rechten), wie es bei den damaligen Potentaten üblich war, wollten sie werden.
Die Antwort Jesu verweist auf die Rangordnung des Dienens und darauf, dass die Niederlage in den Augen der Welt vor Gott gerade die Erlösung vom Tode für viele herbeiführen wird.
Jesus demonstriert nicht die gelassene Überlegenheit des Weisen gegenüber dem Tod, sondern er hält im vollen Bewusstsein und unter allen Schmerzen die Unmenschlichkeit der Menschen aus, und genau diese Unmenschlichkeit ist zugleich deren Gottlosigkeit.
Durch seinen Tod schafft Jesus den Neuanfang.
Die frühe Kirche zur Zeit des Matthäus erkannte den Sinn ihres eigenen Leidens im Zeichen der Taufe wieder (Hinzufügung 21, 22).
Die Sehenden - wie blind
Auf dem Weg zum Kreuz ist die Heilung des Blinden ein wichtiges Signal, geradezu der Auftakt. Die Sehenden sollen spüren, wie blind sie für Gottes Handeln sind. Sie sehen und sehen das Wichtigste nicht
Jesus nähert sich der heiligen Stadt über den Ölberg.
Ein grandioses Panorama bietet sich von dort!
In den Gassen wird er wie ein König empfangen. Aber welches Zerrbild ist das! Wieder sind es die Kinder, in denen das Reich Gottes zum Ausdruck kommt und nicht diejenigen, die es eigentlich tun könnten und müssten.
Die ganze Gesellschaft gleicht einem Feigenbaum, der keine Frucht mehr bringt und nur noch verdorren kann.
Die Vertreibung der Geldwechsler, die für den täglichen Opferbetrieb traditionell durchaus erwünscht waren, ist ebenfalls sehr symbolträchtig und hat später in den Jahrhunderten der etablierten Kirche viele Künstler beschäftigt. Walter Schroeder
Dieser Beitrag wurde am 16.10.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
Dieses Tondokument herunterladen
| Kommentare lesen |
|---|
| Eigenen Kommentar schreiben |
|---|
| Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben Melden Sie sich hier kostenlos an |
| Evangelisch in Westfalen und Lippe |
|---|
| Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich). |
|










