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Samstag, 11.02.2012
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Woche vom 10. bis 16. Januar

5. Mose und Johannes - Gemeinsamkeiten

Das 5. Buch Mose bildet den Abschluss der Thora. Foto: fotolia

Das 5. Buch Mose bildet den Abschluss der Thora. Foto: fotolia

Sonntag: Psalm 96; Montag: Johannes 3, 14-21; Dienstag: Johannes 3, 22-36; Mittwoch: 5. Mose 1, 1-18; Donnerstag: 5. Mose 1, 19-33; Freitag: 5. Mose 1, 34-46; Samstag: 5. Mose 2, 1-15

Das Nikodemusgespräch wird zu Ende geführt. Wichtig vor allem ist, dass Jesus als Retter und nicht als Richter gekommen ist. Das Gericht besteht darin, dass die Welt sich selbst überlassen bleibt, wenn sie diesen Retter nicht erkennt und ihn nicht vertrauensvoll (=glaubend) annimmt.

Dann wird erneut das „Johannes-Thema“ aufgegriffen.

Die Stabübergabe im engeren Sinn findet statt: Große Betonung wird darauf gelegt, dass Johannes selbst vor Zeugen und geradezu als eine letztwillige Verfügung in Jesus seinen Herrn anerkennt!


Fragen der frühen Christen

In den anderen Evangelien wird noch auf die Taten Jesu verwiesen und damit die Brücke zur alttestamentlichen Prophetie hergestellt: Es ist alles erfüllt! Hier bei Johannes liest sich das Ganze noch stärker wie ein richtig offizieller Akt, der allen Streit, den internen in den Gemeinden, aber auch den im Gegenüber zu den Juden, über die unterschiedliche Autorität des Vorläufers und des „Gesandten Gottes“ ein für alle Mal beenden soll.

Wobei der Gesandte mehr als nur ein Botschafter ist, sondern sagt: „Ich und der Vater sind eins (10,30)!“ Das Verhältnis zu Gott wird noch an weiteren Stellen thematisiert: 17, 3+4 im hohenpriesterlichen Gebet oder in dem bekannten „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, nur durch mich (14, 6)!“, und noch häufiger. Man spürt, dass damit eine wichtige Frage der frühen Christenheit aufgegriffen wird.


Deuteronomium und Johannesevangelium - interessante Parallelen

Der Weg geht dann wieder weit zurück ins erste Testament. Das letzte Buch des Pentateuch, der fünf Mosebücher, ist an der Reihe. Auf Griechisch heißt es das Deutero-nomion, das Zweite Gesetz, gemeint im Sinne einer Wiederholung, nicht Hinzufügung.

Die hebräische Bezeichnung „Devarim“ zitiert wie üblich die ersten Worte des Textes: Dies sind die „Sprüche“, besser: „Satzungen“, die Mose (ca. 1250) dem Volk gegeben hat. Das Deuteronomium ist in seiner Besonderheit so etwas wie das Johannesevangelium für das Neue Testament.

Auch hier wird stofflich nichts wesentlich Neues gebracht, aber alles Überlieferte noch einmal in der Tiefe betrachtet.

Das Deuteronomium ist entsprechend auch viel später entstanden und ist sprachlich und in seiner Gliederung viel einheitlicher als die anderen Bücher, die zum Teil ja einen sehr langen(oft über Jahrhunderte!) und komplizierten Entstehungsprozess durchlaufen haben.

Es setzt im Übrigen den Bau des Tempels (unter Salomo um 950) voraus, denn die Zentralisierung des Kultes dort ist eines seiner wichtigsten Anliegen. Einige meinen, dass es sogar erst nach dem Exil entstanden ist, als der Tempel äußerlich wiederaufgebaut (um 500) und innerlich neu entdeckt wurde. Walter Schroeder

Dieser Beitrag wurde am 17.1.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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