Andacht für den 22. August
Unterwegs nach Damaskus

Ein Hindernis auf dem Weg. Plötzlich geht es nicht mehr weiter wie geplant. Umwege oder gar Umkehr sind nötig. Diese Erfahrung musste auch Paulus auf dem Weg nach Damaskus machen. Doch für ihn wurde die Umkehr zum Segen, weil Gott es so wollte. Foto:
Apostelgeschichte 9, 1-9: Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe.
Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
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Rosemarie Wenner (55) ist Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland
"Er wurde vom Saulus zum Paulus." So sagt man, wenn sich jemand radikal verändert. Die Lebenswende des großen Missionars ist geradezu sprichwörtlich. Gibt es das auch heute, dass jemand ein neues Leben beginnt? Hier sind einige aktuelle Beispiele:
„Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals regelmäßig zur Kirche gehen würde“, sagte Frau Z.. Ihr Mann war plötzlich verstorben. Sie stand mit ihren beiden Töchtern alleine da. Die Pastorin vermittelte Kontakte zu anderen Müttern, die Frau Z. und die Mädchen in ihrer Trauer begleiteten. Langsam keimte neue Hoffnung. Der Glaube an Gott und die Verbindung zur Gemeinde gaben Halt.
Ich war als Predigerin bei einem Jubiläum einer Nachsorgeeinrichtung für Suchtkranke eingeladen. Innerhalb des Gottesdienstes erhielten Ehemalige Urkunden für etliche Jahre Leben ohne Suchtmittel. Anschließend unterhielt ich mich mit einem Ehepaar. Die beiden hatten sich in dieser Nachsorgeklinik kennen gelernt. Sie lebten schon einige Jahre ohne Drogen. Ihr Leben war grundlegend anders geworden. Doch sie werden immer gefährdet bleiben. Deshalb gehen sie regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe.
Herr B. war in einer christlichen Familie aufgewachsen. Mit dem Erwachsenwerden streifte er auch den Kinderglauben ab. Ausbildung, Beruf und Familiengründung nahmen ihn in Beschlag. Doch die Ehe hielt nicht lange. Herr B. bekam das Sorgerecht für seinen Sohn. Wie sollte er dieser Verantwortung gerecht werden? Alleine schaffte er es nicht. Herr B. suchte wieder Kontakt zu der Gemeinde, in der er früher den Kindergottesdienst besuchte. Sie wurde für ihn und für seinen Sohn zu einer erweiterten Familie.
Seiner Frau zuliebe ging Herr S. ab und zu mit in die Kirche. Obwohl er es zunächst nicht wahr haben wollte, musste er zugeben: Die Predigten sprachen ihn an. Bei praktischen Einsätzen auf dem Kirchengrundstück kam er mit den „Frommen“ ins Gespräch. Er meldete sich zu einem Glaubenskurs an. Je mehr er sich mit der Bibel beschäftigte, desto mehr wuchs in ihm der Wunsch, sich taufen zu lassen. Er wollte sich öffentlich zu Christus bekennen.
Diese Lebenswenden geschahen nicht so plötzlich, wie dies bei Paulus alias Saulus der Fall war. Saulus war nach Damaskus unterwegs, um Christen zur Rechenschaft zu ziehen. Da wurde er von Christus überwältigt.
Ihm ging ein Licht auf: Christus lebt. Er ist der Weg zu Gott. Diese Erkenntnis warf ihn regelrecht um. Mehrere Tage lang konnte er nichts mehr sehen. Dem großen Erschrecken folgte eine radikale Umkehr. Aus dem Christenverfolger wurde ein großer Missionar. Wer an Christus glaubt, wird ein neuer Mensch, betonte Paulus. Dafür war er selbst das beste Beispiel.
Christi Licht hat nichts von seiner Kraft eingebüßt. Ob es sich plötzlich bemerkbar macht oder langsam ausbreitet, die Wirkung ist dieselbe: Wer von Christus überzeugt wird, fängt neu an, auch wenn er oder sie schon alt ist. Denn von nun an gibt Christus die Richtung für den Lebensweg vor. Das bleibt nicht verborgen.
Dieser Beitrag wurde am 21.8.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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Christus, du bist das Licht der Welt. Weil du niemanden aufgibst, beten wir für Menschen, die ohne Hoffnung leben: Sende dein Licht, so dass sie dich erkennen und dir vertrauen. Erneuere uns durch deinen Geist und lass uns mit dir auf dem Weg bleiben, der zum Leben führt. Amen. |
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