Andacht für den 14.März
Trübsal ab-blasen

Harter Winter. Und manche klagten: Will es denn gar nicht Frühling werden? Doch während noch der Schnee alles unter einem dicken Panzer begrub, regte sich neues Leben unter dem Eis. Mitten im Leid schon Gott loben? Es geht, sagt Paulus und schreibt T
2. Korinther 1, 3-7: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.
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Monika Engfer (52) ist Geschäftsführerin beim Verband Evangelischer Kirchengemeinden im Bereich Dorsten
Wie schnell rast die Zeit. Bald ist schon wieder Ostern vor der Tür! Gerade war doch erst Weihnachten, Silvester, Karneval. Gewiss, vielen war der Winter gefühlt zu lang und sie freuen sich auf den baldigen Frühling. Vor wenigen Wochen noch gewünscht: Frohes Neues! Und nun ein wenig später: Frohe Ostern.
Gegenwärtig ist „Passionszeit“, wie die Christen sagen – Leidenszeit, wie man ein wenig verkürzt übersetzen könnte. Der Karneval, das sogenannte „Bunte Treiben“ ist vorbei, der Karfreitag und damit das Erinnern an das Leiden und Sterben von Jesus Christus ist nicht mehr weit entfernt.
Leid ist für uns Menschen alles andere als positiv. Nur zu gern versuchen wir es aus unserem Leben hinauszudrängen und schaffen es schließlich doch nicht. Das „frohe neue Jahr 2010“ hat für viele schon jetzt einen manchmal gänzlich unerwarteten Kübel Leid ausgegossen und wer weiß, was uns noch erwartet.
Trübsal blasen scheint angesichts der vielen Schicksale und Probleme im privaten Alltag und in der weiten Welt angesagt. Da möchte man die Bibel doch eigentlich lieber zuklappen, wenn einer dann noch daherkommt und zum Lob Gottes auffordert.
Wie kann jemand sagen: Haben wir Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil…? Aber hier hat niemand vom grünen Kanzeltisch gesprochen, sondern einer, der am eigenen Leibe, noch dazu als Mann Gottes, wusste, was Leid und Trübsal bedeutet. Krankheit, Verfolgung, Schläge … für Paulus waren das erfahrene Lebenstrübsale und keine Theorie.
Und doch weiß er sich von Gott getröstet und angenommen und zweifelt nicht an seinem barmherzigen Gott, dem er sein Leid nicht klagend in die Schuhe schiebt. Gott schickte ihm nicht sein „herzliches Beileid“, sondern seinen Trost.
Das ist viel mehr und vor allem viel wirksamer. Das zu verstehen bleibt auf diesem Planeten wohl ein Geheimnis.
Ein junger Widerstandskämpfer mit dem Namen Dietrich Bonhoeffer wurde im Alter von 39 Jahren nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe im April 1945 hingerichtet.
Trotz dieser schweren Bedrängnis und Trübsal spendete Dietrich Bonhoeffer Trost. In einem Text, den er während seiner Gefangenschaft verfasste, schwingt der Trost aus dem Gefängnis hinaus bis in die Gegenwart eines jeden Menschen hinein, der diesen Textauszug liest: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.
Gottes Trost in Trübsal zu erleben, das bedeutet nicht gemeinsam im „Lebensregen“ zu stehen und nass zu werden, sondern Kraft für die Gegenwart und die Hoffnung auf ein besseres „Danach“ zu wecken und wach zu halten, ohne die Flucht aus der Gegenwart anzutreten.
Vielmehr wissen Paulus und Dietrich Bonhoeffer aus eigener Erfahrung, wer Gottes Trost erfährt, kann andere Menschen trösten. Daher ist der Mann der Passionszeit, der am Ende zum Christus wurde, jener, der Trübsal abblasen kann und daraus einen fröhlichen Osterruf macht.
Das Ende der Passionszeit ist nicht mehr weit weg. Und jedes Jahr erinnert uns Ostern daran, dass am Ende auch der Trost des Christus steht, der das Leid dieser Welt nicht nimmt und geradezu wegzaubert, sondern der uns in unserem Leid mit seinem Trost beisteht, damit wir andere trösten können.
Dieser Beitrag wurde am 13.3.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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Herr! Dank sei Dir für Deinen Trost, für Deine Kraft in aller Trübsal und im Leiden. Lass uns zu Tröstern werden und dein Licht in die Dunkelheit der Menschen tragen. Amen. |
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| Anke Beilharz-Wüster schrieb am 18.03.2010 23:45: Paulus und Dietrich Bonhoeffer wussten sich immer in Gottes Hand - vielleicht auch in Zweifeln und Fragen. Aber immer spürten sie Gott - Seinen Trost. |
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