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Andacht für den 18. Dezember

Sein Ja – unser Amen

Zart, klein und beschützenswert – so kommt er zu den Menschen. Gottes Liebesbeweis hätte nicht verwirrender sein können. Mit so etwas hatten die wenigsten gerechnet. Heute wissen wir es besser: So sieht sein Ja aus. Foto: Firma V

Zart, klein und beschützenswert – so kommt er zu den Menschen. Gottes Liebesbeweis hätte nicht verwirrender sein können. Mit so etwas hatten die wenigsten gerechnet. Heute wissen wir es besser: So sieht sein Ja aus. Foto: Firma V

2. Korinther 1, 18-22: 18 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. 19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm.

20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. 21 Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt 22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

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Miriam Schäfer (26) ist studierte Singer- Songwriterin, arbeitet als Musikerin und leitet die Musikschule der Creativen Kirche

Weihnachten: Wir feiern die Geburt Jesu. Die letzten Wochen haben wir es immer mehr gespürt. Die Menschen geben sich Mühe, die Vorweihnachtszeit besinnlich und gemeinschaftlich zu gestalten. Die Kinder sind gespannt und haben große Erwartungen. Alles wird festlich geschmückt. Es werden Kerzen angezündet, und in den Wohnungen und Häusern wird es warm und gemütlich.

Egal ob Christ oder nicht, das „Ja“ Gottes wird spürbar, greifbar und sichtbar.

Ich leite einen Jugendchor bei mir in der Gemeinde. Jeden Freitag treffen wir uns, um miteinander zu singen. In der anschließenden Andacht singen wir Lobpreislieder und beten gemeinsam. Mit diesen Jugendlichen erlebe ich, das dieses Vertrauen, dass sie in der Gemeinschaft auf Gott setzen, Mauern einreist.


Eine Chorsängerin kam nach einer der letzten Chorproben zu mir und musste unbedingt etwas loswerden. Sie konnte die Worte dafür nicht finden und es sprudelte einfach heraus: „Ich freue mich immer so auf den Freitag! Nicht nur weil dann das Wochenende beginnt, sondern weil ich hier so viel spüre. Hier kann ich hinkommen, allen Frust und Stress mit den anderen teilen und beim Singen und im Gebet abgeben, und dann geht es mir irgendwie wieder gut!“


Ich denke, das ist das uneingeschränkte und bedingungslose „Ja“ Gottes, was ihr diesen Kick gibt, und das hat sie versucht zum Ausdruck zu bringen.


Die Geburt Jesu ist das „Ja“ Gottes zur Welt und zu uns Menschen. An Weihnachten feiern wir das „Ja“ unseres liebenden Vaters.


Der hilflose Säugling in der Krippe hat nur ein „Ja“, kein „Nein“ oder „vielleicht“ für das Leben und die Menschen. Der Säugling kann also ein Symbol für die Liebe Gottes, das volle Vertrauen sein.


Gott ist ein Vater, der seine Kinder bedingungslos liebt. So sehr, dass er seinen eigenen Sohn zu uns auf die Erde geschickt hat.


Wo Menschen an ihre Grenzen stoßen, reicht Gottes Gnade über alles hinweg! Sein „Ja“ zu uns ist die bedingungslose Liebe, die Möglichkeit zu einer vollkommenen Gemeinschaft mit Gott. Wer diese Liebe erfährt, möchte sie teilen, denn dann wird sie erst richtig erlebbar.


Und das Beste daran ist: Gott stellt keine Forderungen, kein „wenn du das machst, dann ...“. Sein Geschenk der Vergebung und Liebe ist bedingungslos. Und wir brauchen nichts, als sein Geschenk der Gnade anzunehmen und es ohne ein „wenn“ und „aber“ weiterzugeben. Deshalb ist Weihnachten das Fest, das uns wieder näher zusammenbringt.


Paulus sagt in seinem Brief an die Korinther, dass wir unser „Amen“ auf Gottes „Ja“ antworten.
Durch Jesu Geburt, sein Leben und seinen Tod besiegelt Gott seinen Bund mit uns Menschen. Er bezeugt seine uneingeschränkte Liebe zu uns, und wir antworten mit „so sei es“, „Amen“ eben.


„Amen“ ist in den Gottesdiensten und Gebeten von Juden, Christen und Muslimen üblich. Es ist die Zustimmung der Gemeinde zur Predigt, zum Gebet und zum Segen.


„Amen“ aus dem Hebräischen übersetzt bedeutet „fest/ zuverlässig sein“. Mit diesem Wort bekräftigen wir regelmäßig, Gott ist treu und verlässlich.


Er ist eindeutig, bedingungslos, unumkehrbar. Sein „Ja“ gilt.


Auch wenn wir ihn anzweifeln und „Nein“ sagen, gilt Gottes „Ja“ weiterhin. Das ist ein Grund zum Feiern! Sein „Ja“ annehmen, erleben und es dann weitergeben. So können wir in unseren Familien und Freundeskreisen, den Städten und Gemeinden ein Stück vom Himmel spürbar machen und an dem Reich Gottes bauen. Durch die Gnade Gottes können wir anderen Menschen Liebe und Vertrauen, Zeit und Ohr schenken. Wenn wir Gottes Liebe teilen, erfahren auch wir durch unser „Ja“ zum Nächsten mehr Freude am Leben, und das nicht nur in der Weihnachtszeit.

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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