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Liebesbande – zärtlich geknüpft

Zärtliche Berührung – ganz winzig kommt Gott zur Welt. Das ist die Chance, ihn zu berühren und von ihm berührt zu werden. Foto: Lee Prince

Zärtliche Berührung – ganz winzig kommt Gott zur Welt. Das ist die Chance, ihn zu berühren und von ihm berührt zu werden. Foto: Lee Prince

1. Johannes 3, 1-6: 1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. 2 Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

3 Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist. 4 Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. 5 Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. 6 Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.


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Martin Dutzmann (55) ist Landessuperintenden der Lippischen Landeskirche und Militärbischof der EKD

Weihnachten: „Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbind’t sich mit unserm Blute.“ (EG 36, 2). In dem Kind in der Krippe verbindet sich Gott mit uns Menschen. Durch sein Kind macht Gott uns zu seinen Kindern: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“

Weihnachten: Gott verbindet sich mit uns. Es ist das Band der Liebe, mit dem er uns umschlingt. Der Liebe, die sich von unserem Kummer anrühren lässt. Der Liebe, die uns durch finstere Täler geleitet. Der Liebe, die macht, dass wir am Ende „ihn selber schaun in Ewigkeit.“ (EG 184, 5)

Weihnachten: Gott verbindet sich mit uns. „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ schreibt der Apostel Paulus (Römer 8, 38f.) Als in Ewigkeit Geliebte gehen wir unserer Wege. Mutig, wenn Menschen und Mächte uns bedrängen. Getröstet, wenn wir krank oder traurig sind. Gehalten in einer Welt, die sich rasant verändert und in der scheinbar nichts so bleibt, wie es ist.

Weihnachten: Gott verbindet sich mit uns. Dabei entstehen Verbindlichkeiten. Niemand kann für sich allein Gottes Kind sein. Als Kinder des einen Vaters sind wir Schwestern und Brüder und füreinander verantwortlich. Aus gutem Grund wird uns das in der Weihnachtszeit besonders bewusst. Zu Weihnachten öffnen sich unsere Herzen und Hände leichter und weiter als sonst. Genauer als sonst achten wir in diesen Tagen darauf, dass den Hilflosen geholfen wird und dass die Einsamen sich in der Gemeinschaft bergen können. Alle sollen spüren, dass sie nicht nur Gottes Kinder heißen, sondern es auch sind.

Weihnachten: Gott verbindet sich mit uns. „Gottheit und Menschheit vereinen sich beide, Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!“ (EG 66,1) Gottheit und Menschheit. Gott verbindet sich mit der gesamten Menschheit. Deshalb lassen wir uns den Blick auch für die Menschen öffnen, die wir nicht unmittelbar vor Augen haben. Vor allem aber werden wir empfindlich für das Unrecht, das so vielen Menschen auf dieser Erde angetan wird. Unrecht ist Sünde. Es widerspricht Gottes Liebe zur Menschheit. Oder anders herum: Die Verbindlichkeit, die aus Gottes Verbindung zu uns wächst, ist eine Rechtsverbindlichkeit. Kinder Gottes nehmen es nicht achselzuckend hin, dass ihre Geschwister in anderen Teilen der Welt Not leiden. Kinder Gottes halten es nicht aus, wenn ihren Schwestern und Brüdern Gewalt angetan wird.

Kinder Gottes setzen sich dafür ein, dass andere Menschen in Freiheit leben können. Kinder Gottes helfen mit, dass Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion miteinander leben können. Kurzum: Kinder Gottes treten für Recht und Gerechtigkeit ein. So tragen sie zum Frieden auf Erden bei. „Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein.“ heißt es schon bei dem Propheten Jesaja (Jesaja 32, 17).

Weihnachten: Gott verbindet sich mit uns. Der Himmel berührt die Erde und wir singen mit den Engeln auf Bethlehems Feldern: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Dieser Beitrag wurde am 24.12.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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Gebet

Treuer Gott, du bist dir in deiner Gottheit nicht selbst genug gewesen, sondern hast dich in der Heiligen Nacht mit uns verbunden. Auch in den finstersten Nächten bist du an unserer Seite. Dich wollen wir ehren und als deine Kinder mit unseren Geschwistern in Frieden leben. Amen.

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