Andacht für den 13. November
Ideenreich – im Auftrag Christi

Neues ausprobieren, Phantasie entwickeln, alle Chancen nutzen – das sind die Zutaten für ein zur Zukunft hin offenes Leben. Wie viel von diesen Zutaten bringen Christen bei der Ausbreitung des Reiches Gottes ein? Wie viel trauen sie der verändernden
Lukas 16, 1-8 (in Auswahl): 1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.
3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. (...) 8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.
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Hartmut Griewatz (64) ist Pfarrer im Amt für missionarische Dienste und Geschäftsführer der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen
Volkstrauertag. Ein Gedenktag an die beiden Weltkriege, an den Tod vieler Menschen. Unendliches Leid, Grausamkeiten und Schrecken prägten die Menschen. Wir dürfen niemals vergessen, was Krieg an Leid und Not bedeutet. Utopische Zielvorstellungen und Ungerechtigkeiten zerstören Lebensziele und Lebensräume. In unserem militärisch kriegsfreien Raum herrschen Unterwanderung, Korruption und Spekulation. Sie sind Waffen, die zu wirtschaftlicher und sozialer Not führen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Wir Christen leben inmitten dieser ungleichen Gesellschaft. Hier tragen wir Verantwortung. Wie ist es, wenn wir innehalten und Rechenschaft ablegen?
Richtungweisend dazu kann das Gleichnis sein, in dem Rechenschaft Folgen hat. Jesus hat es nur seinen Jüngern erzählt, nicht den Schriftgelehrten und Pharisäern. Missverständnisse wollte er vermeiden. Jesus erzählt von einem reichen Mann, der seine Gelder einem Verwalter anvertraut hatte. Als sich im Laufe der Zeit herausstellte, dass er seine Aufgabe nicht ordentlich ausführte, überprüfte der Herr seine Bücher, wollte einen Rechenschaftsbericht. Sie führten zu seiner Entlassung. Mit Entsetzen traf es den Verwalter. Er wusste, dass er sein tägliches Brot nicht mit seiner Muskelkraft verdienen konnte. Betteln war unter seiner Würde. Spott der Schuldner erwartete ihn. Da kam ihm die Idee, zunächst einmal seine Existenz zu sichern: Er lud die Schuldner seines Herrn nacheinander zu sich, fragte sie nach den Schulden und schlug ihnen vor, den alten Schuldschein gegen einen geringeren einzutauschen. Seine Überlegung war folgende: Wer sich auf diesen Betrug gegenüber dem reichen Mann einließ, wurde für den Verwalter erpressbar. Er musste ihn später in seinem Haus aufnehmen. Einigen erließ er die Hälfte, bei anderen war er vorsichtiger. Das Risiko war hoch. Aber so sicherte er seine Existenz. Als Mann von Welt kümmert er sich um das Naheliegende, sein tägliches Leben. Menschen wie ihn nennt Jesus ‚Kinder dieser Welt‘.
Diese Gleichnis zu verstehen, gibt Jesus die Richtlinie: Nicht der Betrug ist das Vorbild, sondern die Energie, mit der der Verwalter sein irdisches Leben zu meistern versucht. Nur diese ist lobenswert. Sie ist ‚klug‘, sagt Jesus den Jüngern, seinen ‚Kinder(n) des Lichtes‘. Er wünscht sich, dass sie eifrig auf dem Weg zum wahren Leben sind. Das wünscht er sich auch von uns, die wir durch die Taufe Jesu Jünger sind. Als Gottes Geschöpfe sind wir seine ‚Kinder des Lichtes‘. Unsere Energie sollen wir im praktischen Leben wirksam werden lassen. Im Miteinander für ein gerechteres und würdigeres Leben. Gott liebt alle Menschen. Alle sind ihm wichtig. Er leidet mit jedem Einzelnen dessen Leiden, und er weint mit jedem dessen Tränen. Der Schmerz des kranken Körpers, der verwundeten Seele, der Verzweiflung und Einsamkeit, aller Schmerz ist auch seiner. Niemanden lässt er allein; niemand ist für ihn verloren.
Das ist es, was Jesus mit dem Gleichnis erzählt: diese ungebrochene Energie, dieser Erfindergeist! Uns so zu begeistern, dass wir in Christi Auftrag für menschenwürdiges Leben ideenreich sind, dass wir als ‚die Kinder des Lichtes‘ auch Licht verbreiten. So wird die Kraft von Liebe und Barmherzigkeit lebendig. Das wünscht sich Jesus. Wenn der Verwalter so viel Energie für seinen Lebensunterhalt aufwendet, wie viel mehr kann durch Gottes Kraft in uns aktiviert werden für mehr Gerechtigkeit und Würde eines jeden Menschen.
Wir sind als Kinder Gottes geliebt. Mit dieser Gewissheit können wir dem Gericht Gottes getrost entgegengehen. Wenn wir Rechenschaft geben, dann gilt für uns die Botschaft Christi: Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung (2. Kor. 5, 19).
Seine Liebe trägt uns. Lassen Sie uns diese Chance im Jetzt nutzen. Liebe kann helfen, die Welt zu verändern.
Dieser Beitrag wurde am 13.11.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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Gott, wir danken dir für die Jahrzehnte des Friedens. Wir beten darum, dass niemand Gewalt oder Drohung einsetzt, um seine Ziele durchzusetzen. Lass uns begreifen, dass du, Gott, Liebe bist. Aus deiner Liebe möchten wir Kraft schöpfen und das Böse besiegen. Amen. |
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