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Andacht für den 3. Januar

Ewige Lebensqualität

Ewiges Leben so weit weg. Doch dann und wann reißt ein Vorhang auf und es wird ganz klar: Die Ewigkeit ist schon hier. Seit Jesus wirft sie ihren Glanz schon in unser Leben, ja mehr noch – sie ist Realität geworden. Foto: V. Yakobchuk

Ewiges Leben so weit weg. Doch dann und wann reißt ein Vorhang auf und es wird ganz klar: Die Ewigkeit ist schon hier. Seit Jesus wirft sie ihren Glanz schon in unser Leben, ja mehr noch – sie ist Realität geworden. Foto: V. Yakobchuk

1. Johannes 5, 11-13: Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.


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Dr. Wolfgang Neuser (58) ist Pfarrer und Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland und Gründungsrektor der CVJM Hochschule, Kassel


Wartet das ewige Leben nicht erst in ferner Zukunft auf uns? Irgendwann wenn Jesus wiederkommt, jedenfalls nach unserem Tod? – Der Predigttext sieht das entschieden anders! Geradezu das gesamte Evangelium bündelt er zu der steilen Aussage: Wer Jesus hat, der hat das Leben. Also nicht erst zukünftig, sondern gegenwärtig, jetzt.

Ewigkeit ist dann wesentlich mehr als ein Zeitbegriff, nämlich ein Qualitätsbegriff. Der Himmel, den wir weit weg wähnen, kommt ganz nah auf die Erde, in unser Leben. Schon jetzt haben wir Anteil an ihm. Schon jetzt spiegelt unser Leben etwas von der Liebe und dem Frieden Christi wider. Schon jetzt ist uns der Heilige Geist geschenkt als ein Angeld auf die vollendete Gemeinschaft mit dem Sohn.

Ein Leben, das der Tod nicht mehr zerstören kann, ist wahrhaftig von größerer Qualität als ein Leben, das durch den Tod endgültig abgebrochen wird.

Freude selbst im Leid und Hoffnung, wo nach menschlichen Möglichkeiten nichts zu erwarten ist, kennzeichnen diese Lebensqualität.

Christen wissen, woher sie kommen, wozu sie leben und wohin sie gehen. Dieses ewige Leben kann man sich nicht verdienen; es ist uns von Gott in seinem Sohn geschenkt. „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.“ (1. Johannes 4, 9)

Was es heißt, dieses Leben zu haben, lässt sich also verstehen. Aber den Sohn haben – wie soll das gehen? Können wir ihn uns einfach nehmen? Können wir ihn besitzen und über ihn verfügen? Ist dann nicht die Beziehung zu Christus unseren Zweifeln unterworfen und abhängig von unserer kleinen Glaubenskraft? Darum ist es tröstlich, dass uns die Bibel die wahren Besitzverhältnisse klarmacht: Christus gehört nicht uns, sondern wir gehören ihm. Der Heidelberger Katechismus beantwortet das auf seine erste Frage „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ unübertrefflich: „Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre.“

Der Text zieht aber auch den Umkehrschluss: Wer den Sohn nicht hat, wer ihm nicht gehören will, verzichtet auf diesen Trost, verzichtet auf das ewige Leben, das jetzt beginnt. Wie es ein Stück Himmel auf Erden gibt, so auch die Hölle. Wir können beides schon hier erleben. Aber Johannes droht nicht. Er will vielmehr die von Irrlehrern irritierte Gemeinde des Himmels vergewissern.

Denn der Apostel schreibt sein Zeugnis, „…damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.“ (Vers 13) Glauben und Wissen sind folglich kein Gegensatz – im Gegenteil. Der Glaube braucht den Verstand wie das Herz, er braucht äußere und innere Klarheit (Luther). Er lebt von der (Aner) Kenntnis der biblischen Botschaft genauso wie vom herzlichen Vertrauen auf Jesus Christus (Heidelberger Katechismus, Frage 21).

Sicherheit gibt es nicht, wohl aber die Gewissheit des ewigen Lebens. Und das ist genug. Damit können wir leben und sterben.

Dieser Beitrag wurde am 4.1.2010 um 11.57 Uhr veröffentlicht.

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Gebet

Herr, unser Gott! Danke! Du schenkst uns ewiges Leben in deinem Sohn Jesus Christus. Du bist so sehr interessiert an uns, dass er stirbt, damit wir leben. Erneuere täglich unsere Gemeinschaft mit dir und ihm, damit wir in unserem Alltag zu deiner Ehre und zum Wohl der Menschen handeln. Amen.

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