Andacht für den 29. August
Die Liebe in Person

Komm, schlag ein, ich mag dich! Geste der Freundlichkeit, Zuneigung, Liebe. Den Grundstein dazu hat Gott gelegt. Weil er uns zuerst geliebt hat, tragen die Menschen das Potenzial in sich, die Liebe weiterzugeben. Foto: olgalis
1.Johannes 4, 7-12: Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
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Jochen Müller (39) ist Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Dellwig
"Ich will Adson und Freddy aber wiedersehen!“ Eine Woche hatten wir die zwei jungen Männer aus Tansania bei uns zu Gast. Dann brachten wir sie zum Flughafen. Noch bevor sie mit der restlichen Delegation im Flugzeug saßen, klagte unsere dreijährige Tochter bereits tränenreich: „Ich will die beiden aber wiedersehen!“
Dass ein Abschied aber auch so weh tun muss! Auch wir haben sie in kürzester Zeit lieb gewonnen. Schon am nächsten Morgen bekamen wir den ersten Anruf aus Afrika: „How are you? Wie geht es dir?“ hörten wir die vertraut gewordenen Stimmen der Christen vom anderen Kontinent. Sehnsucht. Allein am ersten Tag riefen sie noch zweimal an, nur um noch mal zu reden.
Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.
Liebe ist ein Geschenk, das ungeheure Kräfte in uns Menschen freisetzen kann. Was ist nicht alles im Namen der Liebe geschrieben, gedichtet, gesungen, gemalt, gebaut worden? Letztlich ist die liebende Sehnsucht die gestaltende Kraft in unserem Leben, denn Gott ist die Liebe.
Natürlich – ein Text, den sich viele Brautpaare aussuchen: Gott ist die Liebe. Und wie schön, wenn man die Zweisamkeit vergolden kann. Liebe – etwas Göttliches.
Liebe ist aber nichts Abgehobenes, unfassbar Romantisches, sondern äußert sich in konkreten Taten: „Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe, das sind Worte und Taten.“ dichtet Eckart Bücken (EG 665). Unsere beiden Gäste aus Afrika haben sich Zeit genommen, um mit unserer Tochter zu singen und zu spielen. Haben sie ernst genommen und sind ihr begegnet. Genauso wie wir es in der Gemeinde miteinander versucht haben. Und so ist etwas zwischen uns gewachsen, indem wir gemerkt haben: Wir werden verstanden und wir verstehen die anderen. In diesem Erkennen erleben wir Liebe.
„Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe, das sind Worte und Taten. Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren. Als Zeichen der Liebe für diese Welt.“ In Taten drückt Gott seine Liebe zu uns Menschen aus, sagt auch der Johannesbrief: Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
Gott hat mit seinem Sohn eine einmalig liebevolle Geschichte mit den Menschen begonnen. Er hat Versöhnung gelebt: „Zachäus, steig eilend von deinem Baum herab. Noch heute muss ich dein Gast sein“, rehabilitiert Jesus den unbeliebten Zöllner. „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“, fordert er die selbstgerechten Richter der Ehebrecherin heraus. „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, bittet er selbst am Kreuz noch für die, die ihn hinrichten. Gott schickt seinen Sohn aus Liebe. Jesus ermöglicht uns ein Leben in Liebe. Denn er hat uns geliebt, bevor wir uns überhaupt auf den Weg gemacht haben, uns für ihn zu interessieren.
Schön, dass wir in unserer Kirche kleine Kinder taufen und damit deutlich machen: Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.
Was sind wir reich Beschenkte. Niemand von uns kann sich Liebe verdienen – auch wenn wir das immer wieder versuchen, indem wir etwas leisten, indem wir freundlich sind, indem wir Wünsche erfüllen. Aber Liebe können wir uns nicht verdienen – weder in der Partnerschaft noch in unserer Beziehung zu Gott. Dass da etwas wächst, ist göttliches Geschenk – einzig: Zeit müssen wir uns nehmen. Füreinander und für Gott. Sichtbar und greifbar wird Liebe zwischen konkreten Menschen. Wie Adson, Freddy und unserer Tochter.
Dieser Beitrag wurde am 28.8.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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Liebender Vater im Himmel, ich danke dir dafür, dass du mich liebst. Du stellst mich in die Gemeinschaft deiner geliebten Kinder. Ich bitte dich um dieses geheimnisvolle Geschenk der Liebe in meinem Leben jeden Tag neu. Amen. |
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