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Andacht für den 22. Januar

Dem guten Rat folgen

Spring doch! sagen die Freunde. Doch die innere Stimme spricht anders: Zu hoch, zu nass, zu kalt! Auf welche Stimme soll man hören? Das ist allein eine Sache des Vertrauens. Foto: Alex Bramwell

Spring doch! sagen die Freunde. Doch die innere Stimme spricht anders: Zu hoch, zu nass, zu kalt! Auf welche Stimme soll man hören? Das ist allein eine Sache des Vertrauens. Foto: Alex Bramwell

2. Könige 5, 1-19a (Auswahl): Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn durch ihn gab der Herr den Aramäern Sieg. Und er war ein gewaltiger Mann, jedoch aussätzig. 2 Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel; die war im Dienst der Frau Naamans. 3 Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, dass mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien...

9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden… 12b Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben und er wurde rein. 15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten... 17 Da sprach Naaman: ... Dein Knecht will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer darbringen, sondern allein dem Herrn. 18 Nur darin wolle der Herr deinem Knecht gnädig sein: Wenn mein König in den Tempel Rimmons geht, um dort anzubeten, und er sich auf meinen Arm lehnt und ich auch anbete im Tempel Rimmons, dann möge der Herr deinem Knecht vergeben. 19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!


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Sabine Udodesku (52) ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen und arbeitet beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf


Ein Mann hört auf seine Frau; eine Frau hört auf ihre Angestellte; ein erfolgreicher Militär hört auf seine Untergebenen und die ganze Geschichte geht gut aus!


Die Geschichte handelt von Naaman, dem Feldhauptmann des Königs von Aram, wie Syrien damals hieß. Dieser Naamann ist ein großer Feldherr, geachtet und mit Einfluss, der zweite Mann im Staat. Nur hat er ein sichtbares Problem: Er leidet an einer schlimmen Hautkrankheit.


Naamann ist ein erstaunlicher Mann: Er hört und befolgt den Rat von anderen Menschen. Zunächst den von zwei Frauen. Die junge Frau, die aus ihrem Heimatland Israel verschleppt wurde als Kriegsbeute und als Sklavin im Haushalt Naamanns endet, wendet sich an ihre Herrin. Sie kennt einen Weg, der ihrem Herrn möglicherweise Linderung oder gar Heilung von seiner Krankheit bringen kann. Sie steht nicht freiwillig in seinen Diensten und hätte allen Grund, den Mund zu halten, hat er ihr doch ihre Freiheit geraubt. Doch sie zeigt wirkliche Größe und Mitgefühl und lässt sich nicht aus Hass auf ihren Dienstherren dazu hinreißen, ihm eine Heilungsmöglichkeit vorzuenthalten.

Sie wendet sich an Naamanns Frau, die den Hinweis auf den Propheten in Samaria weitergibt an ihren Mann – voller Hoffnung auf seine Genesung. Und Naamann hört auf seine Frau!

Wie selbstverständlich ist es, aufeinander zu hören? Wo hören Menschen aufeinander? Rat annehmen und Rat befolgen setzt voraus, dass jemand in heilen Beziehungen lebt – wie Naamann.


Und dass jemand bereit ist, sich und anderen seine Grenzen einzugestehen, weil es im Leben immer wieder Situationen gibt, in denen Menschen an ihre Grenzen kommen.

In Samaria angekommen, befolgt Naamann zum dritten Mal den Rat von anderen: Dieses Mal sind es seine Diener, auf die er hört. Er schluckt seinen Ärger auf den Mann Gottes, Elisa, hinunter und wendet das empfohlene Heilmittel an, auch wenn er sich aus Lokalpatriotismus darüber ärgert. Er springt über seinen eigenen Schatten, in den Jordan und wird geheilt.

Naamann ist ein erstaunlicher Mensch, erkennt er doch, dass er nach diesen Erfahrungen nicht so weiterleben kann wie bisher: Sein Leben hat sich verändert, er fühlt sich wieder wohl in seiner Haut. Es fällt ihm nun leicht, die Macht des Gottes von Elisa anzuerkennen und diesen Gott zu rühmen. Gleichzeitig erbittet er von Elisa die Erlaubnis, weiterhin zu seinem Gott Rimmon zu beten. Der Prophet scheint kein Problem mit dieser Bitte zu haben. „Gehe hin in Frieden“, lautet Elisas Antwort. Denn: Gott ist größer!

Gott ist größer als alle menschlichen Grenzen, die persönlichen und die der Konfessionen und Religionen. Denn Gott lässt sich nicht vereinnahmen und wirkt auf ungewöhnliche Weise. Gott hat Frieden gemacht mit Naamann und die Geschichte geht gut aus.

Es lohnt sich, die ganze Geschichte nachzulesen.

Dieser Beitrag wurde am 21.1.2012 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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Gott, auf dich hoffen wir. Du wirkst Zeichen und Wunder, wo wir es nicht erwarten. Du führst uns über Grenzen und weckst in uns den Glauben ganz neu. Sei du unser Heil, heute und in Ewigkeit. Amen.

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