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Andacht für den 31. Januar

Angefeuert vom Trainer

Foto: Volodymyr Vasylkiv

Foto: Volodymyr Vasylkiv

1.Korinther 9, 24-27: Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.

Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

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Simone Lehnert (33) ist Pastorin im Ehrenamt und arbeitet als Öffentlichkeitsreferentin des Kirchenkreises Steinfurt-Coes-feld-Borken

Jubelnd singen die Sieger in der Arena: „So sehen Sieger aus, scha-la-la-la-la...“. Alle singen mit, denn die Melodie ist eingängig und die Freude über das Gewinnen ist groß.

Leider sieht es im Leben oft anders aus. Das Gefühl des ewigen Verlierens lässt jedes Jubeln im Keim ersticken. Wenn es zu einem Kampf in der Arena des Lebens und Glaubens kommt, dann stößt die Begeisterung an ihre Grenzen.

Das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ klingt zynisch. Im Leben wollen wir gewinnen, denn es geht um alles. Dabei auch noch den Glauben an Gott zu behalten, ist ein ständiges Kämpfen gegen innere und äußere Widerstände.

Der Trost ist die sichere Siegesprämie: das Leben bei Gott. Und die bekommt man, sobald man sich auch dem Kämpfen aussetzt.

Deswegen ruft Paulus die Gemeinde in Korinth auf: „Kämpft und gewinnt, denn es geht um alles!“ Man sieht ihn in der Arena stehen, die Hände zum Trichter an den Mund gelegt ruft er: „Bleibt dran! Ihr könnt das! Los jetzt!“ Paulus ist der Trainer der Korinther.

Genau genommen ist er ein Spielertrainer wie beim Fußball. Paulus nimmt am Turnier teil und verlangt auch sich selbst ab, was er von anderen fordert. Er kennt das Spiel und die Zweikämpfe mit den Gegnern. Es sind das fehlende Vertrauen in Gott und die Fragen und Anfeindungen von anderen, die den Glaubensspieler immer wieder herausfordern.

Paulus steht für die Korinther gewissermaßen im Trainingsanzug am Spielfeldrand, erfahren in Taktik, Spielzügen und Ausdauer, bereit für den nächsten eigenen Einsatz. Seine Glaubwürdigkeit überzeugt: Paulus redet über die Kämpfe, die er kennt.

Er nimmt einiges in Kauf, um andere für dieses Spiel mit seinen Kämpfen zu begeistern und um selbst zu gewinnen. Schließlich geht es hier um einen außergewöhnlichen, einmaligen Gewinn, nämlich Gottes unvergänglichen Siegeskranz, nicht aus Lorbeer geflochten, sondern allein aus Liebe. Und nur bei Gott können alle gewinnen.


Dass diese Kämpfe sehr aktuell sind, zeigt eine Studie an der Universität Greifswald. Sie fragt „Wie finden Erwachsene zum Glauben?“ Überraschend an den Ergebnissen ist, dass persönliche Begegnungen, Freunde und Familienmitglieder allgemein wichtiger sind als Pfarrer und Mitarbeitende in den Kirchen.

Bei den „Vergewisserern“ unter den neu Glaubenden spielen zwar Pfarrerinnen und Pfarrer eine wichtige Rolle, um den eigenen Glauben zu überdenken. Die „Entdecker“ des Glaubens finden aber ganz ohne Gemeindekontakt den Weg zum Glauben.

In der Gruppe der „Lebenswender“, die sich nach persönlich einschneidenden Lebenserfahrungen zum Glauben hinwenden, sind Ehepartner wichtige Personen auf dem Glaubensweg. Insgesamt sind traditionelle Gottesdienste, Kirchenführungen und Gebet entscheidend, um den Glauben verstehen und kennen zu lernen.

Die Glaubensbedürfnisse der Menschen sind also verschieden. Glauben kennen zu lernen heißt jedoch für alle, im vertrauensvollen Gespräch oder im Gebet den Kontakt zu Gott zu wagen. Die Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens beginnt in einem geschützten, glaubwürdigen Bereich.

Als hätte Paulus diese Untersuchung gekannt, bietet er den Korinthern einen Schutzraum. Gemeinsam werden sie gewinnen, verspricht er ihnen. Er bringt ihnen bei, selbst für jeden Spielzug in ihrem Glaubensleben verantwortlich und auf Kämpfe vorbereitet zu sein.

Als guter Trainer baut er seine sportlichen Schützlinge nach Niederlagen wieder auf. Er traut ihnen zu, dass sie kämpfen können. So haben sie schon gewonnen. Paulus erzählt von Gottes einmaligem Siegespreis und das begeistert die Menschen.

Mit „Spielertrainern“ wie Paulus in unseren Kirchen, Gemeindehäusern, Schulen und in allem alltäglichen Leben kann Neugier entstehen, selbst den Glauben zu wagen. Die einzig nötige Trainerlizenz ist die Freude über den Sieg, der schon mit Beginn des Kampfes errungen wurde. Wer mit Gott in Kontakt treten will, wird das Leben gewinnen: „So sehen Sieger aus!“

Dieser Beitrag wurde am 30.1.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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Gebet

Guter Gott, das Leben, das du gibst, ist nicht immer spielerisch leicht, sondern oft auch ein Kampf. Danke, dass du mir zutraust, dass ich ihn überstehe. Danke, dass du mir versprichst, das Leben bei dir zu gewinnen, weil schon mein Kämpfen den Sieg bei dir bedeutet. Amen.

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