UK - Unsere Kirche > Startseite
Montag, 21.05.2012
Sie sind hier: UK  > Glaube > aktuell > »Youcat«: Coole Sprache, alte Positionen

Die UK-Weblogs

Chefsache

Unfairer Alarm-Journalismus

4. Stock, links

Bibel-Blog hier!

Umfrage

Hannelore Kraft - die neue Hoffnung der SPD?

Jau! Hannelore, Du wirst unsere neue Bundeskanzlerin!

Bloß nicht. Du hast versprochen, in NRW zu bleiben.

Bloß nicht. Du wirst eh überschätzt.

Ergebnis ansehen

Werbung

Werbung

Katholischer Jugendkatechismus

»Youcat«: Coole Sprache, alte Positionen

»Youcat« heißt ein katholischer Jugendkatechismus, den eine deutsche Autorengruppe verfasst hat.

Als die Delegation aus Deutschland mit ihrem ungewöhnlichen Projekt im Vatikan vorstellig wurde, erhielt sie von einem hochrangigen Kirchenmann einen abschlägigen Rat: Ihren Entwurf für einen Katechismus für junge Katholiken sollten sie am besten in eine Papiertonne werfen und die Zeit in Rom lieber damit verbringen, noch ein Eis essen zu gehen.

Papst Benedikt XVI. hatte allerdings keine Einwände gegen den ersten katholischen Jugendkatechismus - weder gegen den unoffiziösen Titel »Youcat«, noch gegen das Daumenkino an den Seitenrändern. Auf mehr als 300 Seiten gibt das speziell für junge Menschen gedachte Buch Antworten auf zentrale katholische Glaubensfragen.

Als Vorsitzender der Glaubenskommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz stellte Kardinal Karl Lehmann das Werk in Mainz der Öffentlichkeit vor.

»Das Wort Katechismus hat ja oft einen schlechten Klang«, sagte der Mainzer Bischof. Viele ältere Menschen würden mit dem Begriff Glaubensregeln verbinden, die sie einst auswendig lernen mussten, ohne sie wirklich zu verstehen.

Mit »Youcat« wolle die Kirche auf Jugendliche zugehen und in zeitgemäßer Sprache den Kern des katholischen Glaubens vermitteln.

Was als kleine Initiative der Teilnehmer eines privaten katholischen Sommer-Jugendlagers begann, ist inzwischen schon in 15 Sprachen übersetzt worden.

Philipp Dütemeyer, mittlerweile 31 und Anwalt in Köln, gehörte 2006 zu der Gruppe junger deutscher Katholiken, die sich gemeinsam mit Theologen und dem Wiener Erzbischof Christoph Schönborn als Schirmherrn an die Arbeit machten. Christen müssten sich im Gespräch mit Nichtkirchenmitgliedern ständig für ihren Glauben verteidigen, sagt er.

Das Buch sei daher auch als Stütze und Argumentationshilfe für junge Katholiken gedacht.

Auch der Papst rief junge Katholiken dazu auf, den Jugendkatechismus mit Leidenschaft und Ausdauer zu studieren. »Ihr müsst wissen, was ihr glaubt«, heißt es seinem Vorwort zur deutschen Erstausgabe. »Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem seines Computers.«

»Youcat« schlägt mit mehr als 500 Fragen und Antworten einen weiten Bogen von der biblischen Geschichte über kirchliche Traditionen bis zu aktuellen ethischen Fragen wie Sexualität und Familienplanung.

Inhaltlich sei »Youcat« allerdings »keine schaumgebadete Variante des katholischen Glaubens«, versichert der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der ebenfalls an der Entstehung mitwirkte.

So wird der Besuch der Eucharistie an jedem Sonntag auch jungen Katholiken als Pflicht ans Herz gelegt.

»Eigentlich ist 'Sonntagspflicht' für einen echten Christen ein ebenso unpassendes Wort wie 'Kusspflicht' für einen richtig Verliebten«, heißt es dazu im Jugendkatechismus.

Auch andere Stellen des Werks klingen nicht unbedingt progressiv.

So heißt es etwa in der Antwort auf Frage 253 zur Bedeutung der Bischöfe: »Ein katholischer Christ fühlt sich seinem Bischof verpflichtet; der Bischof ist auch für ihn als Stellvertreter Christi bestellt.«

Gemeinsamen Abendmahlsfeiern von Katholiken und Protestanten erteilt »Youcat« ebenso eine Abfuhr wie dem Gebrauch von Kondomen.

Allein an die Teilnehmer des katholischen Weltjugendtags in Madrid sollen im August diesen Jahres 700.000 Exemplare des Buches verschenkt werden, mittlerweile sind auch die Verträge für Ausgaben in Ukrainisch und Indonesisch unter Dach und Fach.

Schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin habe es täglich mehrere tausend Vorbestellungen gegeben, sagt Verlagschef Bernhard Meuser: »Das sind Harry-Potter-Dimensionen.«

Alle Einnahmen aus dem Verkauf des Buches, das von der österreichischen Bischofskonferenz herausgegeben wird, sollen in Projekte der katholischen Jugend-Evangelisierung fließen. epd

Dieser Beitrag wurde am 29.3.2011 um 08.38 Uhr veröffentlicht.

Buchhinweis

»Youcat«, Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, März 2011, Pattloch Verlag München, 304 Seiten, 12,99 Euro. Zu bestellen auch im Luther-Verlag

Kommentare lesen
Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte