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Theologieprofessor kritisiert Umgang mit Bibellegenden

Weihnachtsgeschichte voll »heiliger Lügen«?

Foto: Homepage Gerd Lüdemann

Foto: Homepage Gerd Lüdemann

Als »reine Erfindungen« bezeichnet der Göttinger Theologieprofessor Gerd Lüdemann die biblischen Darstellungen von der Geburt Jesu.

Die Weihnachtsberichte seien »heilige Lügen« und hätten mit dem wirklichen Hergang nichts zu tun, erklärte Lüdemann in Göttingen. »Dies hat die historische Forschung seit langem gezeigt.« Auch der Stern von Bethlehem sei ein »Wunderstern« ohne geschichtliche Realität.

Jesus sei zudem nicht in Bethlehem, sondern in Nazareth geboren worden.

Auch die Behauptung der Jungfrauengeburt verweist Lüdemann ins Reich der frommen Legenden. Diese beruhe zum einen auf einem Übersetzungsfehler, zum anderen hätten christliche Theologen Jesus auf dieselbe Stufe wie andere ebenfalls von einer Jungfrau geborene Göttersöhne stellen wollen: »Maria hat Jesus nach vorherigem Geschlechtsverkehr mit einem Mann geboren.«

Lüdemann hatte sich Ende der 90er Jahre vom Christentum losgesagt.

Die Universität gliederte seinen Lehrstuhl daraufhin im Einvernehmen mit den Kirchen aus der Fakultät für Evangelische Theologie aus. Er lehrt seitdem »Geschichte und Literatur des frühen Christentums« an der Universität Göttingen.

»Die Propheten des Alten Testaments haben das Kommen Jesu gar nicht vorhergesagt; ihre Aussagen wurden von den ersten Christen auf Jesus hin nachträglich und gegen den ursprünglichen Sinn umgefälscht«, unterstrich der 63-Jährige.

Auch der Kindermord in Bethlehem auf Veranlassung des Herodes habe nicht stattgefunden. Lüdemann: »Jesus von Nazareth wollte die Kirche nicht, die nach seinem Tod solche heiligen Lügen über ihn verbreitete.« epd

Externe Links:

Der gottlose Theologe und seine Wissenschaft
Der Theologe Lüdemann scheitert in Karlsruhe

Dieser Beitrag wurde am 14.12.2009 um 12.09 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
denkglaub schrieb am 04.05.2010 14:19:

Da treffe ich noch mal auf diesen inzwischen älteren Artikel.
Lüdemann ist mir zu eingleisig. Für ihn gibt es nur wahr oder falsch. Die Bibel überliefert manche Sachen extra doppelt oder unterschiedlich um zu sagen: Es gibt unterschiedliche Sichtweisen. Jede hat ihr bestimmtes Recht. Aber legt Euch selber nicht vorschnell fest. Manches kann auch anders sein, als ihr es jetzt gerade versteht.
Und dann hat auch die Jungfrauengeburt ihr Recht, ohne dass man sich als Christ darauf versteifen muss. Und ebenso hat eine "normale biologische" Sicht auf die Geburt Christi ein Recht.
Man muss es nicht auf einen Nenner bringen können. Es wäre schön, wenn auch Lüdemann lernt, dies auszuhalten.

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