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Taizé

Vorbild einer Generation: Frère Roger

<b>Eine der großen Persönlichkeiten</b> des Christentums: Frère Rogere, der Gründer von Taizé. Foto: João Pedro Gonçalves

Eine der großen Persönlichkeiten des Christentums: Frère Rogere, der Gründer von Taizé. Foto: João Pedro Gonçalves

Die ökumenische Bruderschaft von Taizé gedenkt an diesem Wochenende des gewaltsamen Todes ihres Gründers Frère Roger vor fünf Jahren.

Der reformierte Theologe war am 16. August 2005 durch eine geistig verwirrte 36-jährige Frau während des Abendgebets erstochen worden. Der Schweizer galt als einer der großen spirituellen Persönlichkeiten des Christentums. Roger Schutz wurde 90 Jahre alt. Sein Nachfolger ist der aus Deutschland stammende Bruder Alois.

In Taizé wird an diesem Samstag zudem an die Gründung der Kommunität vor 70 Jahren, am 20. August 1940, in Burgund erinnert. In Grußbotschaften würdigten hochrangige Kirchenvertreter aus der internationalen Ökumene die Arbeit der Gemeinschaft. Diese lobten vor allem den Beitrag von Taizé zur Vermittlung der christlichen Botschaft an Jugendliche. Papst Benedikt XVI. bezeichnete Roger Schutz als »Pionier auf den schwierigen Wegen hin zur Einheit unter den Jüngern Christi, ein unermüdlicher Zeuge des Evangeliums des Friedens und der Versöhnung.«

Für Aufsehen sorgte der Protestant Frère Roger, als er zur Totenmesse für Johannes Paul II. von Kardinal Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., die sonst Katholiken vorbehaltene Kommunion bei der Eucharistiefeier erhielt. Immer wieder gab es Gerüchte, der Protestant Schutz sei zum katholischen Glauben übergewechselt.

Der Schweizer Pfarrerssohn Roger Schutz wollte in der Zeit des Zweiten Weltkriegs »die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit« überwinden helfen. Dazu zog er sich 1940 in das kleine burgundische Dorf Taizé bei Cluny zurück. Heute leben in der ökumenischen »Communauté de Taizé« mehr als 100 Brüder aus rund 25 Ländern. Viele arbeiten zudem in den Armenvierteln der Welt.

Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit Einkünften aus ihrer Arbeit. Sie haben sich zur Ehelosigkeit sowie zu einem Leben in materieller Gütergemeinschaft verpflichtet. Bekannt geworden ist die Kommunität von Taizé auch durch einprägsame, meditative Lieder, die unter Christen in aller Welt verbreitet sind.

Seit Ende der 50er Jahre kommen Jugendliche nach Taizé. In den Sommerwochen zählt die Kommunität regelmäßig mehrere tausend Besucher. 1986 besuchte Papst Johannes Paul II. die Gemeinschaft. Jeweils zum Jahresende kommen bis zu 100.000 junge Menschen zu den traditionellen Taizé-Treffen in einer europäischen Großstadt.

epd

Dieser Beitrag wurde am 13.8.2010 um 15.18 Uhr veröffentlicht.

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