Wertediskussion
Professor wirbt für »kritisches Christentum«

Heinrich Bedford-Strohm
Die Kirche ist nach Ansicht des evangelischen Theologieprofessors Heinrich Bedford-Strohm »keine Bundesagentur für Werte«.
Das Wesen des Christentums bestehe nicht darin, einen ewig gültigen Wertekanon zu formulieren, sondern das Bestehende infrage zu stellen, sagte Bedford-Strohm der Wochenzeitung »Die Zeit«. Christen sollten Grundorientierungen für den übergreifenden Konsens der Gesellschaft einbringen.
Der in Bamberg lehrende Sozialethiker warb für ein kritisches Christentum, das sich nicht parteipolitisch instrumentalisieren lassen dürfe.
»Theologie lebt von der Innen- und der Außenperspektive. Kritik ist der größte Dienst, den Theologie der Kirche erweisen kann, denn das hilft ihr, sich zu bewegen und zu erneuern.« Bedford-Strohm ist einer von drei Kandidaten bei der Wahl des evangelischen Landesbischofs in Bayern am kommenden Montag.
Die Kirche als soziale Institution sei auch da notwendig, wo Menschen im Umgang mit Gott unsicher sind.
»Mir tut es weh, wenn Christen aus der Kirche austreten. Denn der christliche Glaube ist auf Gemeinschaft angelegt«, sagte Bedford-Strohm. Viele entdeckten die Kirche aber auch neu: »Vergangenes Jahr hat die Zahl der evangelischen Kircheneintritte in Bayern um 57 Prozent zugenommen«, sagte der Theologe.
Offenbar entschieden sich Menschen bewusst für die Kirche und die Kraft des Christentums. epd
Dieser Beitrag wurde am 1.4.2011 um 07.09 Uhr veröffentlicht.
| Kommentare lesen |
|---|
| Eigenen Kommentar schreiben |
|---|
| Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben Melden Sie sich hier kostenlos an |
| Evangelisch in Westfalen und Lippe |
|---|
| Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich). |
|










