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Tagung der Imame

Muslime fordern Anerkennung als Religionsgemeinschaft

Foto:islam.de

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Der Dialogbeauftragte des türkisch-islamischen Verbands DITIB, Bekir Alboga, hat die Anerkennung von Muslimen als Religionsgemeinschaft durch die Landesregierungen gefordert.

»Wir wollen endlich in den Genuss kommen, eine Religionsgemeinschaft zu sein«, sagte Alboga auf einer Tagung für Imame in Stuttgart. Die Muslime in Deutschland erfüllten alle Voraussetzungen, um als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden.

Modellversuche wie der islamische Religionsunterricht oder die Ausbildung von muslimischen Seelsorgern sei nur ein erster Schritt auf dem Weg zu dieser Anerkennung.

Rund 50 Imame aus Baden-Württemberg diskutieren auf der bis Dienstag dauernden Tagung »Seelsorge und Sozialarbeit« in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit Mitarbeitern von Kirchen, Kommunen und sozialen Einrichtungen, über Formen der Zusammenarbeit in der Seelsorge.

Der Dialogbeauftragte des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), Erol Pürlü, sagte, der Aufgabenbereich eines Imams werde sich in Deutschland erweitern. »Wir wollen Imame sensibilisieren, dass der Dienst am Menschen nicht nur in der Moschee stattfindet, sondern auch an anderen Orten.«

Auch im Krankenhaus und im Gefängnis sei der Dienst von Imamen gefragt.

Bisher haben sich nach Angaben von Marfa Heimbach von der Bundeszentrale für politische Bildung rund 70 Menschen mit muslimischem Glauben in zwei Pilotprojekten zu muslimischen Seelsorgern ausbilden lassen.

Die Projekte wurden vom Institut für Türkeistudien in Mannheim und der christlich-islamischen Gesellschaft in Kooperation mit der Evangelischen Kirche im Rheinland organisiert.

Der nächste Schritt sei nun, dass diese ausgebildeten muslimischen Seelsorger in die bestehenden Notfallstrukturen und Seelsorgesysteme eingebunden würden, erklärte Heimbach.

Kooperationspartner der Tagung in Stuttgart sind die Bundeszentrale für Politische Bildung, die Evangelische Landeskirche in Württemberg sowie drei islamische Dachverbände: die in Kamp-Lintfort ansässige Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD), der in Köln ansässige Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) sowie die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), die ebenfalls in Köln ihren Sitz hat. epd

Dieser Beitrag wurde am 22.6.2010 um 07.57 Uhr veröffentlicht.

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