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In Gottesdienst und Predigt

Lutheraner wollen mehr über die Sünde reden

<b>Der Begriff der Sünde</b> kommt nach Ansicht der lutherischen Bischöfe in Gottesdienst und Predigt zu selten vor. Grafik:  drizzd

Der Begriff der Sünde kommt nach Ansicht der lutherischen Bischöfe in Gottesdienst und Predigt zu selten vor. Grafik: drizzd

Der Begriff der Sünde soll in den Gottesdiensten nach dem Willen der lutherischen Bischöfe wieder mehr Raum bekommen.

Die Vorstellung der Sünde sei aus dem öffentlichen Bewusstsein und dem Wortschatz der Menschen weitgehend verschwunden, sagte der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich am Rande der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Tutzing.

Auch in den Predigten werde das Wort »Sünde« vermieden.

Die geistliche Leitung des Kirchenbundes, dem zehn lutherische Landeskirchen mit rund elf Millionen Mitgliedern angehören, hatte sich bei seiner Klausurtagung in der Evangelischen Akademie am Starnberger See mit der »christlichen Rede von der Sünde« befasst.

Das Thema Sünde habe durch die Finanzkrise oder die Missbrauchs-Skandale in der Kirche eine unerwartete Aktualität bekommen, sagte Friedrich, der auch Leitender VELKD-Bischof ist.

Sünde beschreibe einen Zustand, in dem die Menschen getrennt von Gott und ihrer Umwelt nur an sich selbst und ihren Vorteil denken.

In den evangelischen Gottesdiensten sollen Friedrich zufolge das Sündenbekenntnis und die Beichte größeres Gewicht bekommen. epd

Dieser Beitrag wurde am 2.3.2010 um 12.28 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Ignatius schrieb am 02.03.2010 20:48:

Au weia, auf dass die Zerknirschung weiter Einzug halte in den Kirchen. Ich armer, elender, sündiger Mensch...Ich würde gerne in den Gottesdiensten mehr von dem weiten Raum hören, in den Gott uns stellt. Und davon, was sich da als Lebensperspektive ergibt. Vor Gott, mit den Menschen und vor mir selber.
Dann erfahre ich doch auch, was in meinem Leben besser laufen kann/muss/wird...
Denn ich weiß doch, was bei mir nicht stimmt...

JensMK schrieb am 02.03.2010 21:09:

Kann es sein, dass jetzt wo MANN doch so bequem Frau Käßmann losgeworden ist, die Ultra Orthodoxen aus ihrer Deckung kommen?! Das Priestertum aller Gläubigen - das wir durch Martin Luther wiederentdeckt haben - gilt vielen der Hochwürdigen Amtsträger nicht viel. Wieso sollen wir Gläubige uns jetzt wieder mit Sünde und Höllenvisionen peinigen lassen?? Sollte die Botschaft von Jesus Christus nicht eine frohe Botschaft sein, die die Seelen befreit?? Und durch diese Maßnahme werden sich die Kirchenbänke massiv mit neuen und alten Gläubigen füllen...

Holzkreuzallergiker schrieb am 11.03.2010 13:52:

Wenn ich richtig informiert bin, so hat sich doch Gott durch Jesu Tod und Auferstehung mit uns versöhnt und wir müssen uns dadurch nicht mit Gott versöhnen. Versöhnung kann es aber nur geben, wenn vorher etwas auseinander gegangen ist. Wenn also Jesus für alle Sünden dieser Welt gestorben ist, so müssten ja alle in Zukunft begangen Sünden im Meer der Liebe versenkt werden, oder diese Tat Gottes wäre unvollkommen.

Es gäbe also keine Sündenvergebung mehr. Es dürfte sie ja gar nicht mehr geben, denn das wäre eine Handlung wider Gott, in dem man daran zweifelt, dass Gottes Taten nicht vollkommen sind. Und Gottes Taten wirken doch nach hinten, nach vorne, nach oben, nach unten und in die Tiefe. Wer wollte dem wohl widersprechen.


Wenn es aber nun keine Sündenvergebung mehr gibt, warum dann noch in die Kirche gehen, sind doch bei den meisten Richtungen der Glaube auf der Sündenvergebung aufgebaut. Mit was will man denn sonst die Schafe bei der Stange halten, wenn nicht mit Ihrer Unvollkommenheit. Mit Dankbarkeit???
Jeder weiß doch, die Dankbarkeit eines Menschen hat sich in fünf Minuten verflüchtigt.
Deshalb musste Frau Käßmann gehen, damit der Weg für die Peitsche frei wird. Eine hilfreiches Werkzeug, um die Kirchenaustritte einzugrenzen. Solche Maßnahmen werden immer dann ergriffen, wenn die Schafe anfangen selbstständig zu denken. Man will aber gar nicht den Schafen helfen und Sie vor der Hölle retten, sondern sich selbst. Denn wer soll das bezahlen wenn die Selbsternannten sich auch noch was anderes suchen müssten um ein angenehmes Leben zu führen?

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