Viele Deutungsmöglichkeiten
Koran schreibt kein Kopftuch vor

Viele Standpunkte und Deutungsmöglichkeiten: Der Koran schreibt das Verschleiern nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht eindeutig vor. Foto: Claus Mikosch
Der Koran beinhaltet nach Aussagen des Islamwissenschaftlers Serdar Günes keinen ausdrücklichen Verschleierungszwang.
Es gebe keine Stelle in der heiligen Schrift der Muslime, die ein Kopftuch vorschreibe, sagte Günes am Samstag in Kassel auf der Islamkonsultation der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Solche Vorschriften fänden sich erst in der sogenannten Sunna, die weitere Überlieferungen über den Propheten Mohammed und dessen Anweisungen enthalte.
Doch auch hier gebe es eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten.
Allerdings räumte der Frankfurter Wissenschaftler ein, dass die Mehrzahl der islamischen Gelehrten heute eine Verschleierung der Frau nach wie vor für obligatorisch halte. Bei der Konsultation kamen Befürworterinnen und Gegnerinnen des Kopftuchs zu Wort.
Die Stuttgarter Religionspädagogin Emina Corbo-Mesic sagte, zwar gebe es eine Flexibilität bei der Auslegung des Korans, doch die Entscheidung über das Tragen eines Kopftuchs müsse in die Hände der Frauen selbst gelegt werden.
»Es wird immer nur über die Kopftuchfrage der Frauen geredet statt mit ihnen«, kritisierte die Muslimin. Viele Frauen, die ein Kopftuch trügen, fühlten sich frei und lehnten eine Bevormundung ab.
Das Kopftuch sei auch ein Zeichen der Emanzipation.
»Man muss die Freiheit haben, sich für oder gegen ein Kopftuch zu entscheiden«, erklärte sie.
Was zur Zeit der Entstehung des Korans und der Sunna noch als Schutz der Frauen vor unzivilisierten und zudringlichen Männern gedacht gewesen sei, sei heute überflüssig, sagte die muslimische Autorin Emel Zeynelabidin aus Berlin.
Sie trug das Kopftuch mehr als 30 Jahre lang und legte es vor fünf Jahren ab.
Es gebe eine steigende Zahl muslimischer Frauen, die sich gegen eine Verhüllung entschieden und dafür stark diskriminiert würden. »Das Kopftuch ist ein Betrug an der Weiblichkeit von Frauen und eine Beleidigung Gottes«, sagte Zeynelabidin. epd
Dieser Beitrag wurde am 13.6.2010 um 10.12 Uhr veröffentlicht.
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| Matthäus53 schrieb am 16.10.2010 16:00: Auch wenn man nicht immer die gesamte Kirchenmeinung aus Rom als gut empfinden kann so schätze ich, es als großes Problem ein, dass es keine übergeordnete Stelle beim muslimischen Glauben gibt , die eine relegiöse und ehrliche Glaubensmeinung verkündet, zuläßt oder verbietet ! |
| Anke Beilharz-Wüster schrieb am 17.10.2010 16:32: Ich würde SOFORT aus meiner evangelischen Kirche AUSTRETEN, sobald sie mir vorschreiben würde, was ich zu glauben hätte. Natürlich gibt es auch für mich Glaubensinhalte - Auferstehung Christie z.B. - die mich als Christ ausweisen, aber zulassen und verbieten? Wo fängt dies an - wo hört es auf? Muss ich dann an Mystik glauben? An Erklärungen, die für Menschen einer patriarchalischen Kultur von vor 2000 Jahren galten? Für mich gilt: Im Hause des Herrn gibt es viele Zimmer. Und ich bin froh, daß es im Protestantismus erlaubt ist, gleich viele Zimmer zu stellen. |
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