Kabarettist Becker
»Kirchen brauchen einfach mehr Humor...«
Die Kirchen müssen nach Auffassung des Kölner Kabarettisten Jürgen Becker Religion und Humor verbinden.
»Es ist ein Riesenfehler, dass die Religionen den Humor ausgeklammert haben«, kritisierte der Künstlerim Gespräch mit der »Bremer Kirchenzeitung«. Lachen sei ein Reflex, den man nicht steuern könne. Das habe die Kirche früher nicht so gerne gehabt. »Religion ohne Humor ist vor allem eines: gefährlich.«
Überall auf der Welt versuchten Fundamentalisten noch immer, den Humor zu unterdrücken.
Religion und Humor wollten die Menschen trösten und hätten damit ein gemeinsames Ziel, sagte der Künstler. Religion mache das Leben würziger und unterhaltsamer. »Letztlich sind die Versuche, die Welt nur wissenschaftlich und mit der Vernunft erklären zu wollen, zu trocken.«
Ein Beispiel seien die 700 Seiten, auf denen Charles Darwin seine Theorie von der Entwicklung des Lebens ausbreite. »Wenn Sie aber hören, Kain erschlägt seinen Bruder Abel, ist das wie Tatort. Dann wollen Sie wissen: Wo war Kain am Sonntag um 20.15 Uhr.«
Becker tourt mit seinem Programm unter der Frage »Ja, was glauben Sie denn?« durch die Republik und setzt sich dabei mit Religionen und Glaubensfragen auseinander.
An diesem Sonnabend gastiert der 50-jährige ehemalige Sozialarbeiter im Bremerhavener Stadttheater. Er fordert Toleranz und setzt sich dafür ein, die Freude an der Unterschiedlichkeit der Religionen zu fördern. Dennoch gebe es für ihn klar Grenzen.
»Der Islamismus mit seiner Vorstellung eines Gottesstaates ist das einzige Gegenmodell zur parlamentarischen Demokratie, das uns gefährlich werden kann«, sagte er.
Doch »mit dem Türken um die Ecke« könne er wunderbar über Religion diskutieren. Becker: »Der Islam ist in sich so unterschiedlich wie das Christentum. Das muss man trennen.«
Judentum, Islam und Christentum hätten gemeinsame Wurzeln und dürften sich nicht bekämpfen, sondern müssten endlich ihren »permanenten Familienstreit« beenden. »Das ist ein enormes Unheil, aus dem wir heraus kommen müssen.« epd
Internet: www.juergen-becker-kabarettist.de
Dieser Beitrag wurde am 19.12.2009 um 13.32 Uhr veröffentlicht.
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| MA schrieb am 24.12.2009 08:40: Die Kirche braucht mit Sicherheit nicht den Humor von Jürgen Becker, der zuweilen entgleisend lästerlich daherkommt. Aber schon in der Bibel fängt der Humor früh an: Genesis 1 macht sich lustig über die naturwissenschaftliche Deutung der Babylonier der Sterne als Götter und degradiert diese zu Lampen und Genesis 11 macht sich lustig über die Bestrebungen der Menschen, den Himmel zu erreichen, denn so hoch sie auch kommen, Gott muss immer noch herabkommen, um den Turmbau kommentieren zu können. Gruß |
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