Reaktion auf Priestermangel
Hans Küng fordert Ende des Pflichtzölibats
Der katholische Theologe Hans Küng hat von Papst Benedikt XVI. die Abschaffung des Pflichtzölibates als Reaktion auf den zunehmenden Priestermangel gefordert.
»Früher oder später muss das geändert werden«, sagte der 81-Jährige in der ARD-Sendung »Beckmann« im Gespräch mit dem TV-Entertainer Thomas Gottschalk. Das Zölibatsgesetz sei offiziell ohnehin erst im elften Jahrhundert eingeführt worden.
»Wenn katholische Christen darüber abstimmen dürften, wäre es schon längst abgeschafft.«
Der Priestermangel sei eine »unhaltbare Situation«, fügte Küng hinzu. Es gebe kaum noch Nachwuchs.
Zugleich beklagte er, es gebe in der katholischen Hierarchie fast nur noch konservative Bischöfe. Er forderte einen neuen Aufbruch wie in den 1960er Jahren, als Papst Johannes XXIII. die Fenster der katholischen Kirche geöffnet habe.
Küng zählt weltweit zu den profiliertesten christlichen Theologen der Gegenwart. Ende 1979 entzog ihm Rom die Lehrerlaubnis.
Die kritischen Bemerkungen der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan hält Küng für gerechtfertigt.
Eine Bischöfin werde doch fragen dürfen, wie es in der Region weitergeht. Grundsätzlich solle sich die Kirche zwar nicht in Parteipolitik einmischen, räumte Küng ein. Sie müsse allerdings Fragen stellen, wenn es etwa um die Menschenrechte oder um Krieg und Frieden gehe.
Gottschalk (59) bekannte bei »Beckmann«, er habe eigentlich Priester werden wollen: »Ich hätte in der Kirche Karriere gemacht, davon bin ich völlig überzeugt«.
Bei Gottesdiensten fehle ihm heute die geistige Seelsorge. »Ich finde sie nicht. Ich kann relativ selten irgendetwas nach Hause nehmen, wo man sagt: Donnerwetter, das war jetzt wirklich eine Bereicherung meines intellektuellen und geistigen Suchens.«
Er vermisse »eine pädagogische Kraft, die Geistliche mal gehabt haben«, beklagt der Entertainer. Dennoch hänge er »noch dem katholischen Glauben« an. Er habe ein »gewisses Grundvertrauen«, bekennt Gottschalk.
Auch seine Kinder seien katholisch, allerdings sei es ihm nicht gelungen, die »Verwurzelung im Glauben« an diese weiterzugeben. epd
Dieser Beitrag wurde am 26.1.2010 um 14.25 Uhr veröffentlicht.
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| Schallblech schrieb am 26.01.2010 15:51: Lest das alle schnell, falls die Redaktion der Meinung ist, den Kommentar entfernen zu müssen ;-): |
| Hoeffchen schrieb am 26.01.2010 20:23: Schaaaallblech ... |
| talitakum schrieb am 26.01.2010 21:23: Schwer erträglich waren teilweise die Ausführungen und Betrachtungen über Glauben und Kirche. Leider wurde Professor Küng oft in seinen Ausführungen vom munteren "Plappern" einer Frohnatur eingeschränkt. |
| gumma schrieb am 27.01.2010 08:58: Ich kann mir Gottschalk lebhaft als Priester vorstellen - viele junge Frauen im Firmunterricht, an denen er scherzhaft rumgrapschen kann - und im Beichtstuhl geht es ja auch ständig um themen unter der Gürtellinie ... kann den Typen einfach nicht vertragen!!! |
| Schallblech schrieb am 27.01.2010 09:31: Ach gumma, es wär doch sooo schön gewesen. Priester Gottschalk hätte wunderbar alle (na, fast alle) unsere Vorurteile bedient *feix* |
| HG schrieb am 09.04.2010 09:55: Die Katholische Kirche lebt halt noch weiter im Mittelalter. Papst Johannes XXIII hat einen modernen Kurs eingeläutet. |
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