Vom Unterschied zwischen Mensch und Tier
Christliche Tierbestattungen nicht biblisch

Online-Vesuch bei Mautzi: Im Internet kann man Tiere mit großem grafischen Pomp »beerdigen« – wie hier bei www.virtueller-tierfriedhof.de
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau lehnt eine christliche Bestattung von Tieren ab.
Weder gebe es dafür liturgische Vorlagen noch Pläne, solche zu erarbeiten, schreibt Oberkirchenrätin Christine Noschka in einem Brief an die katholischen Bistümer Mainz, Limburg und Trier. »Nach biblischem Zeugnis und christlichem Verständnis kommt nur dem Menschen Person-Sein zu. Das unterscheidet den Menschen grundlegend vom Tier. Eine liturgisch gestaltete Bestattung würde diese Differenz verwischen.«
In der Ablehnung einer christlichen Tierbestattung bestehe zwischen evangelischer und katholischer Kirche Einigkeit, schreibt Noschka, die als Leiterin der Abteilung Kirchliche Dienste in der Darmstädter Kirchenverwaltung auch Mitglied der Kirchenleitung ist.
Die Oberkirchenrätin reagierte damit auf ein kürzlich erschienenes Buch des Oberkirchenrats Jens Feld, einen Bericht darüber in der Mainzer »Rhein-Zeitung« sowie auf Anfragen von Kirchen.
Feld hatte sich in dem Ratgeber mit dem Titel »Tiere haben eine Seele - Menschen einen Gott« dafür ausgesprochen, Personen, die um ein geliebtes verstorbenes Haustier trauern, nicht nur seelsorgerlich zu begleiten, sondern das Tier auch christlich zu bestatten.
Theologisch sei nicht von der Würde, wohl aber dem Wert von Tieren als Mitgeschöpfen zu sprechen. Deshalb müsse die Kirche auch die besondere Beziehung von Mensch und Tier achten und fürsorgend gestalten.
Dazu gehöre aber ein Umgang mit Tieren, der des Menschen würdig sei.
Selbstverständlich gehöre es zum seelsorglichen Auftrag der Kirche, Menschen bei der Trauer um ein geliebtes Haustier wie in anderen Situationen beizustehen, sie zu begleiten und zu unterstützen, schreibt Noschka.
Die seelsorgliche Aufgabe schließe aber mit ein, dass man den Trauernden helfen müsse, den Unterschied zwischen Mensch und Tier zu verstehen. epd
Dieser Beitrag wurde am 15.7.2011 um 16.05 Uhr veröffentlicht.
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| Schallblech schrieb am 15.07.2011 17:00: Seelsorgerliche Begleitung ist natürlich ok. Die muß jeder bekommen, der sie braucht. Aber christlich bestattet wird doch nur ein Christ oder allenfalls noch ein ungetaufter Angehöriger einer christlichen Familie, oder? also verbietet es sich doch damit schon. |
| Erika Mörs schrieb am 17.07.2011 08:45: Niemand, der ein geliebtes Tier verliert, wird es am Ende einfach so „entsorgen“ können - genauso wenig kann er sich eine Bestattung mit christlichen Ritualen vorstellen. Jeder für sich wird eine angemessene Form finden, genau zwischen beiden Extremen, denke ich, die aber durchaus mit Würde zu tun hat. |
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