Menschenrechte
UN: Defizite bei Religionsfreiheit in Europa

Der UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt sieht in Europa Defizite bei der Religionsfreiheit.
Zwar sei es in Europa um die Religionsfreiheit in der Regel gut bestellt, und zumindest in Westeuropa gebe es keine aktive Verfolgung religiöser Minderheiten, sagte Bielefeldt der in Weimar erscheinenden Kirchenzeitung »Glaube und Heimat«. Dennoch bestünden »Defizite, wenn es um die Gleichstellung der Angehörigen unterschiedlicher Religionen geht«.
Es finde sich in Europa ein »Gefälle zwischen Mehrheits- und Minderheitenreligion«.
In einzelnen Ländern, etwa in Griechenland, führe das zu Schwierigkeiten: »Da ist die griechisch-orthodoxe Kirche von der Verfassung so bevorzugt, dass die Missionstätigkeit anderer Gruppen verboten wird.« Mitglieder der Zeugen Jehovas seien deshalb sogar ins Gefängnis gekommen.
Darüber hinaus gebe es auch in Europa populistische Politiker, die gegen religiöse Minderheiten hetzten.
Bielefeldt: »Dazu zählt etwa die islamfeindliche Partei des Holländers Geert Wilders.« Hier habe der Staat die Aufgabe, die Menschenrechte nicht durch Extremisten gefährden zu lassen.
Bielefeldt leitete das Deutsche Institut für Menschenrechte und ist inzwischen Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hatte Bielefeldt im Juni zum UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit ernannt.
Das Amt übt der Theologe und Philosoph ehrenamtlich aus. epd
Dieser Beitrag wurde am 15.7.2010 um 15.03 Uhr veröffentlicht.
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