Pakistan
Sechs von zehn Deutschen wollen nicht spenden

Kein Geld für Pakistan? Jeder Euro hilft - und kommt an, zum Beispiel über die Diakonie Katastrophenhilfe (s.u.). Foto/M: gmh
Vier von zehn Deutschen haben bislang für die Flutopfer in Pakistan gespendet oder wollen dies noch tun.
Dies geht aus einer Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag der ARD hervor, die vom WDR in Köln veröffentlicht wurde. 58 Prozent der Bundesbürger haben dagegen nicht die Absicht, zu spenden. Nach dem Tsunami in Südostasien im Jahr 2005 hatten demnach zu einem ähnlichen Zeitpunkt 62 Prozent der Deutschen Geld gespendet, 22 Prozent hatten es noch vor.
Für Pakistan gespendet haben bislang zwölf Prozent der Befragten, jeder Vierte (24 Prozent) will es noch tun. Von den Bürgern, die nicht spenden wollen, sagten 40 Prozent zur Begründung, sie hätten kein Geld. Knapp ein Drittel (29 Prozent) glaubt, dass das Geld nicht an der richtigen Stelle ankommt.
Als weitere Gründe wurden unter anderem die generelle Ablehnung von Spenden (acht Prozent) oder anderweitige Spenden (fünf Prozent) angegeben. Drei Prozent finden Probleme in Deutschland wichtiger und zwei Prozent denken, dass die Politik für die Hilfe zuständig sei. Für den »Deutschland-Trend« im Auftrag des ARD-Morgenmagazins wurden am Dienstag und Mittwoch 1.000 Bundesbürger befragt.
Hilfswerke, Kirchen und Politik haben seit Beginn der Überschwemmungen in Pakistan Ende Juli immer wieder zum Spenden aufgerufen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Flutkatastrophe am Donnerstag ein »globales Desaster«. Nach Schätzung der Hilfsorganisation Oxfam International benötigt Pakistan für Soforthilfe und erste Wiederaufbaumaßnahmen rund 3,5 Milliarden Dollar (gut 2,7 Milliarden Euro). Rund 20 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen.
epd
Dieser Beitrag wurde am 20.8.2010 um 15.16 Uhr veröffentlicht.
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