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Besuch in der Türkei

Schneider erinnert an deutsche Tradition in Istanbul

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat am Sonntag in Istanbul an die lange Tradition deutschsprachiger Christen in der Türkei erinnert.

»Gegründet im Jahr 1843 hat sich die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in der Türkei von Anfang an auf den Gebieten der Sozialarbeit, der Krankenpflege und der Bildung engagiert«, erklärte Schneider in einem Grußwort. Anlass war das 150-jährige Bestehen der Kreuzkirche.

Am Samstag war er mit dem griechisch-orthodoxen Ökumenischen Patriarchen, Bartholomäus I., zusammengetroffen.

Das Territorium der heutigen Türkei sei in der Bibel als Ort frühester christlicher Gemeinden genannt, fügte Schneider hinzu: »Wichtige Ereignisse der Kirchengeschichte haben in diesem Land stattgefunden.«

Christlicher Glaube und christliche Kirche wollten aber nicht nur Teil einer alten, vergangenen Geschichte sein, »sondern auch - wenn auch fraglos unter sehr veränderten Bedingungen - wichtiger und bereichernder Bestandteil der Gegenwart dieses Landes und dieser Stadt.«

Der Besuch der Auslandsgemeinde und die Begegnung mit dem orthodoxen Ehrenoberhaupt sollten ein Zeichen der Solidarität mit der christlichen Minderheit in der Türkei setzen. Sowohl die einheimischen Kirchen wie auch die Auslandsgemeinden erlebten in der Türkei zahlreiche Einschränkungen.

Heute sind rund 0,2 Prozent der türkischen Bevölkerung Christen. In der Türkei leben rund 74 Millionen Menschen.

Am 27. August hatte die Regierung in Ankara ein Gesetz veröffentlicht, nach dem nicht-muslimische Stiftungen ihr früheres Eigentum zurückerhalten. Für Besitztümer, die inzwischen an Dritte weiterverkauft wurden, sind Entschädigungen im Höhe des aktuellen Marktwertes vorgesehen.

Die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in der Türkei ist über 160 Jahre alt.

Sie wurde von Kaufleuten, Offizieren und Handwerkern gegründet. Von Anfang an engagierte sich die Gemeinde im sozialen Bereich. Zuerst stand hier ab 1850 die deutsche Schule, auf sie wurde 1861 dann die Kirche aufgesetzt und eingeweiht. epd

Dieser Beitrag wurde am 4.12.2011 um 12.01 Uhr veröffentlicht.

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