»Blödsinnige Nachfrage«
Nestlé-Chef fordert Verbot für Biosprit aus Lebensmitteln

Produktion von Bio-Sprit verbieten: Nestlé-Konzern-Chef Peter Brabeck-Letmathe hält Bio-Treibstoff für fatal. Lebensmittel sollten »Mittel zum Leben bleiben«. Foto: UK-Archiv
Der Chef des Lebensmittelkonzerns Nestlé, Peter Brabeck-Letmathe (66), hat die Herstellung von Kraftstoffen aus Lebensmitteln verurteilt.
»Wir brauchen ein Verbot«, sagte der Verwaltungsratschef des größten Lebensmittelkonzerns der Welt in einem Interview der »Berliner Zeitung«. Es sei ein »Unding, dass heute über die Hälfte des amerikanischen Mais und ein Fünftel des ganzen Zuckeranbaus in Biotreibstoff umgesetzt wird«, während die Nahrungsmittel weltweit nicht reichten.
Brabeck-Letmathe sprach von einer »blödsinnigen Nachfrage« nach Biotreibstoffen, die die Politik selbst kreiert habe.
Dies habe zu einer Verknappung des Nahrungsmittelangebots geführt, ein Grund für die immensen Preissteigerungen und Unruhen in Entwicklungsländern. »Wir haben durch die Biotreibstoffe Hunderte von Millionen von Menschen wieder in die extreme Armut geschickt«, sagte er.
Der Nestlé-Chef rechnet mit langfristig steigenden Lebensmittelpreisen: »Die Zeit billiger Rohstoffe ist vorbei«, sagte er.
Um die Weltbevölkerung künftig noch ernähren zu können, forderte er die richtige Prioritäten: »Dass heißt, dass Lebensmittel als Mittel fürs Leben eingesetzt werden und nicht als Mittel für die Fortbewegung von Autos.« Mit der Forderung »No food for fuel« (Keine Lebensmittel für Treibstoff) könnten sich die Europäer profilieren.
Der Nestlé-Chef sprach sich zudem für eine Regulierung des Ankaufs großer Agrarflächen in Afrika und Südamerika durch ausländische Investoren aus.
»Ansonsten kann dieses sogenannte Landgrabbing sehr unangenehme Folgen haben«, warnte er. Kleinbauern könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Felder verlieren und in die Städte verdrängt werden.
Positiv sei aber, dass die Investoren Infrastruktur, Arbeitsplätze und moderne Technologie nach Afrika brächten. epd
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Dieser Beitrag wurde am 22.8.2011 um 11.50 Uhr veröffentlicht.
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| Schallblech schrieb am 22.08.2011 15:03: Endlich sagt das mal einer, auf den eventuell jemand hört! |
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