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Abtreibung

Mississippi stimmt gegen radikales Verbot

<b>Per Volksabstimmung</b> sollte in Mississippi die Anerkennung »jedes Menschen von der Befruchtung an« erfolgen. Damit wären auch bestimmte Verhütungsmittel nicht mehr erlaubt gewesen. Foto: Athanasia Nomikou

Per Volksabstimmung sollte in Mississippi die Anerkennung »jedes Menschen von der Befruchtung an« erfolgen. Damit wären auch bestimmte Verhütungsmittel nicht mehr erlaubt gewesen. Foto: Athanasia Nomikou

Im US-Bundesstaat Mississippi ist ein radikales Abtreibungsverbot gescheitert.

Bei einem Volksentscheid stimmten rund 60 Prozent der Wähler gegen einen Zusatz zur Verfassung des Bundesstaates, demzufolge »jeder Mensch vom Augenblick der Befruchtung an« als Person gelten sollte. Der Passus in der Verfassung hätte zur Folge gehabt, dass Embryonen und Föten ein unbedingtes Recht auf Leben gehabt hätten.
Auch bestimmte Verhütungsmittel wie die »Pille danach« wären nicht mehr erlaubt gewesen.

Befürworter legaler Abtreibungen hatten die Vorlage als »extrem« bezeichnet.

Die Polizei solle laut Entwurf sogar ermitteln dürfen, wenn eine Frau eine »verdächtige« Fehlgeburt erleide, warnte das »Zentrum für reproduktive Rechte«. Die Initiative war allerdings auch bei moderaten Abtreibungsgegnern umstritten.

So zeigte sich selbst der römisch-katholische Bischof von Jackson (Mississippi), Joseph Latino, skeptisch: Die Vorlage schade Bemühungen gegen Abtreibungen auf nationaler Ebene.

Mississippi gehört zum »Bibelgürtel« im Süden der USA und gilt als einer der konservativsten Bundesstaaten.

Führende Politiker der Region hatten sich für die Initiative ausgesprochen, auch der republikanische und der demokratische Anwärter für das Gouverneursamt von Mississippi. Die Initiative wurde 2009 von der Gruppe »Personhood Mississippi« angeregt.

Der Dachverband »Personhood USA« hatte in den Tagen vor den Wahlen einen Film verbreitet, der Abtreibung mit dem Nazi-Holocaust vergleicht.

Zahlreiche evangelikale Pastoren unterstützten die Initiative.

Wegen eines Grundsatzurteils von 1973 kann in den USA der Schwangerschaftsabbruch nicht verboten werden. Die Befürworter der Mississippi-Initiative hofften offenbar, sie könnten das Urteil mit der Anerkennung des Embryos als Person umgehen. epd

Dieser Beitrag wurde am 9.11.2011 um 10.09 Uhr veröffentlicht.

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