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Oikocredit

Kleinstkredite wirksam im Kampf gegen Armut

<b>Kleines Geld</b>, große Wirkung: Kleinkredite sind ein wirksames Instrument gegen Armut, sagt »Oikocredit«. Foto: Kaarsten

Kleines Geld, große Wirkung: Kleinkredite sind ein wirksames Instrument gegen Armut, sagt »Oikocredit«. Foto: Kaarsten

Die international arbeitende Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit hat die Bedeutung von Kleinkrediten als wichtiges Instrument im Kampf gegen Armut unterstrichen.

Die Vergabe von Kleinstdarlehen an die Mikrofinanzpartner müsse jedoch verantwortungsbewusst geschehen, forderte Florian Grohs, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland. Oikocredit reagierte damit auf die kontroverse Debatte, ob Mikrofinanz ein geeignetes entwicklungspolitisches Instrument ist oder Profit aus der Armut schlägt.

Als Institution habe Oikocredit mit dem Bereich Mikrofinanz jahrzehntelange Erfahrung in der Bekämpfung von Armut gemacht.

Als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit seiner Organisation nannte Grohs die Unterstützung von 300 kleinen Kreditgenossenschaften in Moldawien. »Ohne professionelle Banker haben wir da bei den beteiligten Bauern eine hohe soziale Wirkung geschafft.«

Nicht nur Mikrofinanzinstitutionen, sondern auch Investoren müssten sich verstärkt zu ethischen Praktiken verpflichten, mahnte Grohs auf einer Tagung von Oikokredit und Opportunity International in Bonn.

»Investoren sollten von ihren Mikrofinanzpartnern verlangen, dass sie die international anerkannten Kundenschutzrichtlinien für Endkunden einhalten.« Auch Workshops und Trainingsprogramme von sozial ausgerichteten Investoren könnten aufzeigen, wie Mikrofinanz Menschen auf dem Weg aus der Armut unterstützen kann.

Die in den vergangenen Monaten aus dem indischen Bundesstaat Andhra Pradesh gemeldeten Selbstmorde überschuldeter Kleinkreditnehmer dürften nicht die Idee der Mikrofinanz pauschal in Misskredit bringen, sagte auch Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International. Wegen der Missstände sei gerade die Regulierung von Mikrofinanzmärkten von besonderer Bedeutung.

»Die Regulierung darf aber nicht die Kräfte privater Initiativen abwürgen«, sagte Knüppel.

Zentral sei die soziale Zielsetzung der Arbeit. Wie jeder Kredit sollten Mikrokredite nur nach genauer Auswahl und Prüfung vergeben werden, um damit Überschuldung zu vermeiden. »Das ist unsere Definition sozialer Mikrofinanz.«

Für eine bessere Vernetzung der Institutionen auf regionaler Ebene, damit Verschuldung frühzeitig erkannt werde, setzte sich Mathias Mogge, Vorstand Programme der Welthungerhilfe, ein. »Die Angebote müssen besser reguliert werden, damit Auswüchse vermieden werden können. Es muss eine Art TÜV für diesen Bereich geben.«

Oikocredit International hat nach eigenen Angaben 2009 rund 110 Millionen Euro neu an Mikrofinanzorganisationen vergeben und damit die Gewährung weiterer Kleinkredite ermöglicht.

Mit der Bewilligung von Mikrokrediten soll die soziale Entwicklung einer Region und gleichzeitig das Umweltverhalten der Menschen gefördert werden.

Oikocredit wird von 34 Förderkreisen in 17 Ländern unterstützt. epd

Dieser Beitrag wurde am 3.3.2011 um 10.35 Uhr veröffentlicht.

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