Nach der Wahl-Schlappe
Kirchen in den USA dringen auf Gesundheitsreform

Die von Präsident Obama beabsichtigte Reform des Gesundheitssystems in den USA steht jetzt auf der Kippe. Foto: Andrei
Protestantische Kirchen und religiöse Verbände in den USA haben an die Politiker appelliert, die seit Monaten im Kongress debattierte Gesundheitsreform schnellstmöglich zu verabschieden.
Man habe einen »kritischen Punkt« erreicht, heißt es in einem Aufruf. Umfassende Gesundheitsfürsorge sei eine Frage der Gerechtigkeit, ohne Reform würden Zehntausende Menschen vorzeitig sterben, weil sie sich keinen Arzt und keine Medikamente leisten könnten.
Dem Aufruf haben sich die Evangelische Lutherische Kirche in Amerika, der ökumenische Nationale Kirchenrat, die Episkopalkirche und weitere kirchliche und religiöse Verbände angeschlossen.
Die Gesundheitsreform, die als wichtigstes innenpolitisches Projekt von US-Präsident Barack Obama gilt, ist ins Stocken geraten.
Bei Nachwahlen im US-Bundesstaat Massachusetts in der vergangenen Woche für einen Sitz im US-Senat siegte der republikanische Kandidat. Die Demokraten verloren dadurch ihre strategische Mehrheit von 60 Stimmen. Diese ist nötig, um Blockadetaktiken der Republikaner zu verhindern. Die Republikaner lehnen die Reform geschlossen ab.
Rund 46 Millionen US-Amerikaner sind gegenwärtig nicht krankenversichert.
Den Grundsätzen der Reform zufolge müssen alle Bürger eine Versicherung abschließen. Der Staat hilft Niedrigverdienern.
Versicherungsfirmen dürfen Kranke in Zukunft nicht länger diskriminieren. Das Reformpaket enthält auch Kostenkontrollmaßnahmen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie. epd
Dieser Beitrag wurde am 27.1.2010 um 14.00 Uhr veröffentlicht.
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