Amnesty begrüßt Ausfuhrkontrolle
In Texas wird die Giftspritze knapp
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Absicht der EU-Kommission gelobt, noch in diesem Jahr eine Ausfuhrkontrolle für den Wirkstoff Thiopental-Natrium zu beschließen.
Dieser wird in den USA bei Hinrichtungen per Giftspritze verwendet. Die USA-Expertin der Organisation, Maja Liebing, sagte der »Neuen Osnabrücker Zeitung«: »Wir begrüßen es sehr, dass die EU jetzt dieses Zeichen setzt und ihre Einflussmöglichkeit nutzt.«
Mit Sicherheit werde es auch zu Verzögerungen von Hinrichtungen in den USA kommen.
»Aber Hardliner-Staaten wie Texas werden sich davon nicht beirren lassen«, befürchtete Liebing. Hinrichtungen per Giftspritze hält Liebing für besonders grausam. Es sei wissenschaftlich umstritten, ob und wie viel die Verurteilten von ihrer Hinrichtung mitbekämen und ob sie nicht doch Schmerzen hätten.
Der Export von Thiopental-Natrium aus der EU soll künftig nur noch mit einer Sondergenehmigung möglich sein.
Eine amerikanische Firma, die den Wirkstoff herstellt, hatte sich jüngst geweigert, das Mittel für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Dadurch kam es zu einer Verknappung in den Todeszellen.
Der Wirkstoff, der auch als Medikament dient, wird bei Hinrichtungen zur Betäubung eingesetzt.
Im Anschluss erhalten die Todeskandidaten ein lähmendes Mittel, bevor schließlich das tödliche Gift gespritzt wird.
epd
Dieser Beitrag wurde am 13.12.2011 um 09.14 Uhr veröffentlicht.
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