Zerstörtes Haiti
Hilfsorganisationen stellen Soforthilfe bereit

Haiti ist ein den Großen Antillen zugehöriger Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel Hispaniola, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt. Grafik: Wikipedia
Nach dem schweren Erdbeben auf Haiti stellen zahlreiche deutsche Entwicklungsorganisationen Gelder für die Soforthilfe bereit.
Die Welthungerhilfe kündigte am Mittwoch in Bonn an, rund 100.000 Euro für die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser, Zelten, Planen und Nahrungsmitteln zur Verfügung zu stellen. Die Kindernothilfe in Duisburg will für 50.000 Euro Soforthilfe leisten, das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat aus Essen unterstützt die Opfer des Erdbebens mit 20.000 Euro, die Bonner Organisation help mit rund 10.000 Euro.
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Auch evangelische Hilfsorganisationen rufen zu Spenden zugunsten der Erdbebenopfer auf Haiti auf. Hier können Sie spenden:
Brot für die Welt/Diakonie Katastrophenhilfe; Kindernothilfe
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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte dem lateinamerikanischen Land Nahrungsmittelhilfe in Höhe von 500.000 Euro zu. Damit erhöhte die Bundesregierung ihre Hilfszusagen für Haiti auf 1,5 Millionen Euro.
Eine Million Euro hat das Auswärtige Amt zugesichert. Die Verteilung der Lebensmittel übernimmt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).
Zahlreiche Hilfsorganisationen schicken in den kommenden Tagen Nothilfeteams auf die Insel.
Das vierköpfige medizinische Team der Malteser starte bereits am Donnerstag von Düsseldorf nach Haiti, kündigte der Malteser Hilfsdienst an. Die Hilfsorganisation medeor aus Tönisvorst bei Krefeld hat nach eigenen Angaben bereits 28 Pakete mit medizinischer Hilfe für rund 30.000 Menschen gepackt.
Wichtig sei es jetzt, die Menschen schnell mit Trinkwasser und Medikamenten zu versorgen und ihnen eine sichere Unterkunft zu bieten, erklärte Care Deutschland-Luxemburg in Köln.
Die Versorgung mit Wasser, das nach dem Erdbeben überall verschmutzt sei, habe nun höchste Priorität, betonte der Leiter von Malteser International, Ingo Radtke.
Bei dem bisher stärksten Erdbeben in der Geschichte der Karibik sind zahlreiche Menschen zu Tode gekommen.
In der Hauptstadt Port-au-Prince stürzten am Dienstag (Ortszeit) viele Gebäude ein, darunter ein Kinderkrankenhaus und der größte Supermarkt der Stadt, wie die vor Ort tätige Diakonie Katastrophenhilfe berichtete.
Behördenangaben über Opferzahlen und Schäden gab es zunächst nicht. Haiti hatte in der Vergangenheit mehrfach mit schweren Naturkatastrophen zu kämpfen. Erst 2008 waren beim Durchzug von vier heftigen Stürmen fast 800 Menschen gestorben. epd
Hier können Sie online an evangelische Hilfsorganisationen spenden, die in Haiti Katastrophenhilfe leisten.
Dieser Beitrag wurde am 14.1.2010 um 10.05 Uhr veröffentlicht.
| Stichwort: Haiti |
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Haiti ist mit Abstand das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. Etwas kleiner als Belgien, nimmt der Karibikstaat das westliche Drittel der Insel Hispaniola ein. Mit 9,6 Millionen Einwohnern ist Haiti damit dichter besiedelt als Deutschland. Vier von fünf Haitianern leben unter der Armutsschwelle und müssen mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder zweite lebt in extremer Armut mit höchstens einem Dollar pro Tag. Die Hälfte der Erwachsenen kann nicht lesen und schreiben. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt 400 Dollar jährlich und ist damit fünf Mal niedriger als im Nachbarland Dominikanische Republik. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Haiti beträgt 53 Jahre. Die meisten Einwohner sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Die Bevölkerung bekennt sich mehrheitlich zum katholischen Glauben. Immer wieder wird Haiti von Naturkatastrophen heimgesucht. Zuletzt starben durch Wirbelstürme im September 2008 mehr als 600 Menschen. 2004 kamen bei Hurrikanen und Überflutungen 3.000 Menschen ums Leben. Die Schäden von damals sind bis heute nicht vollständig behoben. Haitis Wälder sind praktisch völlig abgeholzt. Damit ist das Land extrem anfällig für Hurrikane und Überschwemmungen. Das 1804 von Frankreich unabhängig gewordene Land ist politisch extrem instabil. Seitdem Diktator Jean-Claude (»Baby Doc«) Duvalier 1986 ins Exil floh, hat Haiti 13 Präsidenten gehabt. Etwas ruhiger wurde es erst 2004, nach dem Sturz von Jean-Bertrand Aristide. Die Vereinten Nationen schickten 9.000 Blauhelme, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Die Wirtschaft stützt sich auf Billiglohnbetriebe, die im Auftrag ausländischer Konzerne Waren fertigen, sowie auf den Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Größte Devisenquelle sind aber die Heimüberweisungen ausgewanderter Haitianer. Die meisten sind in den USA. Ihre Geldsendungen machen ein Viertel des Bruttoinlandproduktes von sieben Milliarden Dollar aus. An Entwicklungshilfe erhält Haiti etwa 400 Millionen Dollar jährlich. epd |
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