Krippen-Protest auf Sizilien
Heilige Drei Könige ohne Visum

Keine Einreiseerlaubnis für Leute aus dem Morgenland...? In Italien übt die Caritas stillen Protest an der Krippe. Grafik: Stuart/Rottkamp
Auf Sizilien hat das katholische Hilfswerk Caritas aus Protest gegen die italienische Flüchtlingspolitik eine Weihnachtskrippe ohne Heilige Drei Könige aufgestellt.
Ein Schild in der Kathedrale von Agrigent weist stattdessen darauf hin, dass das Christkind in diesem Jahr keine Geschenke erhalte: Die Heiligen Drei Könige seien gemeinsam mit anderen Einwanderern an der Grenze zurückgewiesen worden.
Bischof Francesco Montenegro beklagte, nach dem neuen Recht hätte auch der in Agrigent verehrte schwarze Heilige Calogero die Stadt nicht erreicht. Der Erbauer der Krippe in der Kathedrale, Valerio Landri, erklärte, wenn Jesus Christus heute nach Italien reisen wollte, würde er »wie Hunderte andere unserer Brüder an der Grenze zurückgewiesen«.
»Auch Jesus würde heute keine Einreiseerlaubnis bekommen«
Die Senatorin von der ehemaligen Flüchtlingsinsel Lampedusa, Angela Maraventano von der Lega Nord, verteidigte dagegen die von ihrer Partei durchgesetzte Reform des Zuwanderungsgesetzes. Die Maßnahme rette vielen Afrikanern das Leben, die es bei einer gefährlichen Überfahrt aufs Spiel setzen wollten.
Seit Italien in Zusammenarbeit mit Libyen Flüchtlinge auf dem Meer zurückweist, erreichen nur noch vereinzelte Boote mit Afrikanern die italienische Küste.
Das UN-Flüchtlingshochkommissariat kritisiert, dass dabei sämtliche Insassen der Boote zurückgewiesen würden, ohne dass ein möglicher Anspruch auf ein Asylverfahren geprüft werde. epd
Dieser Beitrag wurde am 6.1.2010 um 12.35 Uhr veröffentlicht.
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