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DRK-Präsident ruft zu mehr Spenden auf

<b>Wichtig ist vor allem die Versorgung</b> mit sauberem Trinkwasser und der Bau von Latrinen. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe

Wichtig ist vor allem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und der Bau von Latrinen. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hat an die Deutschen appelliert, noch viel mehr Geld für Pakistan zu spenden.

»Ich hoffe sehr, dass die Menschen den dramatischen Ernst der Lage erfassen und ihren verständlichen Spendenüberdruss nach den vielen Krisen des Sommers überwinden«, sagte Seiters der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«.

Viele Menschen seien »dieses Katastrophensommers überdrüssig«: Feuer in Russland, Hochwasser in Ungarn, Ölpest im Golf von Mexiko, das Unglück bei der Loveparade und zu Anfang des Jahres das Erdbeben in Haiti. »Da mag mancher gar nicht mehr hinsehen«, sagte der Präsident.

Trotz der dramatischen Situation in Pakistan hätten sich die deutschen Spender zunächst zurückgehalten. Seit Montagmorgen habe sich die Situation aber verändert. Rund 800.000 Euro seien bis jetzt beim DRK eingegangen, bilanzierte der Präsident. Die Berichte über den Besuch des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon im Flutgebiet habe viele aufgerüttelt. Allerdings mache das Land selbst »mit seiner unüberschaubaren politischen Situation das Helfenwollen auch nicht gerade leicht«.

In diesem Zusammenhang hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) das deutsche Bemühen um zielgerichtete Hilfe für die pakistanischen Flutopfer unterstrichen. Entscheidend sei nicht die Höhe des zur Verfügung gestellten Geldes, sondern dass die Hilfe vor Ort ankomme, sagte Niebel am Dienstag im Südwestrundfunk. Dafür sei »logistische Schwerstarbeit« zu leisten.

Deutschland arbeite gezielt mit Hilfsorganisationen zusammen, die seit langem in Pakistan tätig sind. Diesen Helfern seien die Strukturen bekannt, um die Hilfe zu den Flutopfern zu bringen. Laut Niebel hat Deutschland bislang 15 Millionen Euro direkt zur Verfügung gestellt und ist mit 20 Prozent an den Hilfen der EU beteiligt. Zudem trage die Bundesrepublik vier Prozent des 900-Millionen-Dollar umfassenden Notkredites der Weltbank.

Nach Ansicht von Oliver Müller, Leiter von Caritas International, gibt es keine politischen Gründe für die anfängliche Spendenzurückhaltung. Die meisten Spender seien darüber informiert, dass Pakistan »kein Heer von Taliban« sei, sagte Müller am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Der Grund für die Zurückhaltung liege seiner Erfahrung nach vielmehr in der Art der Katastrophe. Die Flut in Pakistan sei »langsam angewachsen«. »Vielleicht wird auch menschliches Versagen dabei in den Vordergrund geschoben. Und das hat es sehr schwergemacht, um Spenden zu werben«, sagte Müller.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief in der »Bild«-Zeitung (Dienstagsausgabe) zu Spenden auf: »Pakistan ist von einer beispiellosen Katastrophe getroffen«, sagte er: »Ich bitte alle Deutschen darum, für die Flutopfer zu spenden. Wenn Sie Ihre Spende einer seriösen Hilfsorganisation geben, können Sie sicher sein, dass sie die Opfer erreicht. «

Dieser Beitrag wurde am 17.8.2010 um 12.21 Uhr veröffentlicht.

Spenden! Hier ist es möglich

Diakoniekatastrophenhilfe, Kennwort »Fluthilfe Pakistan«, Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, im Internet: Diakonie Katastrophenhilfe

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