Umweltschützer entsetzt
Brasilien will Amazonas-Gebiet zur Abholzung freigeben
In Brasilien könnte bald ein großer Teil des Amazonas-Gebietes zur Abholzung freigegeben werden.
Eine parlamentarische Sonderkommission stimmte einem entsprechenden Gesetzentwurf mit 13 zu 5 Stimmen zu, wie die Tageszeitung O Estado de São Paulo berichtete. Sollte der Kongress die umstrittene Reform annehmen, könnten mindestens 700.000 Quadratkilometer Wald zerstört werden. Umweltschützer kritisieren das Vorhaben scharf.
Es sei ein Rückschlag für das Waldgesetz aus dem Jahre 1965.
Die derzeit geltende Regelung sieht vor, dass Landwirte im Amazonas-Gebiet den Wald auf 80 Prozent ihres Bodens erhalten müssen. Dem Entwurf zufolge soll diese Vorgabe für Ländereien, die 50 bis 100 Hektar groß sind, ganz gestrichen werden.
Besitzer von Grundstücken über 100 Hektar müssten den Wald nur auf 20 Prozent ihrer Fläche schützen. Zudem müssten Waldgebiete, die bis Juli 2008 vernichtet wurden, nicht mehr aufgeforstet werden.
Im Parlament von Brasília protestierten Umweltaktivisten unter dem Motto Wählt jene nicht, die die Wälder töten.
Im Oktober finden Präsidenten- und Parlamentswahlen im größten südamerikanischen Land statt. In Regierung und Parlament ist die Agrarlobby den Umweltschützern deutlich überlegen. epd
Dieser Beitrag wurde am 8.7.2010 um 09.04 Uhr veröffentlicht.
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| Wieland schrieb am 08.07.2010 16:46: Oh nein, das darf doch wohl nich wahr sein. Was für ein Trauerspiel ... |
| Schallblech schrieb am 09.07.2010 08:02: Ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich je für den Regenwald eingesetzt haben. |
| Glybyrne schrieb am 09.07.2010 09:08: weiß gar nicht ob ich wütend oder einfach nur traurig bin |
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